Der sexy Krankenschwester
20.02.2012 | 17:44 Uhr 2012-02-20T17:44:00+0100
Velbert. Von der breiten Masse des karnevalistischen Durchschnitts vermochten nur wenige Kostüme, sich abzuheben. Doch die Höhepunkte waren dafür besonders gewagt und originell.
Lustig war er, der Velberter, zeigte sich auf seinem Rosenmontagszug als Clown. Böse war er, zeigte sich als Panzerknacker. Ob klein oder groß, ob Zwerg oder Stelzenmann: Die Narren boten die gewohnt bunte Vielfalt. Von der breiten Masse des karnevalistischen Durchschnitts vermochten aber nur wenige, sich abzuheben. Dafür waren die wenigen Kostüm-Höhepunkte besonders gewagt und originell.
Die Gruppe der Mönche, die sich Jahr für Jahr vor Zweirad Tüller versammelt, und die ganz bestimmt keinen Schweige-Orden repräsentiert, sorgte zwar nach wie vor für das ein oder andere Schmunzeln. Doch neue, überraschende Kostüme waren selten. Das Topgun-Geschwader, das kurz vor Zugbeginn vor Krügers Imbiss die Straße querte, zählte ebenso zu den Abwechslungen wie das extra scharfe Currywurst-Kostüm oder das rote Pferd.
Die meisten Blicke zog jedoch eine 27-jährige Krankenschwester auf sich, die ebenfalls auf Höhe von Tüller vor allem Alkoholkontrollen durchführte. Das Kostüm wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn die Krankenschwester nicht abseits der tollen Tage Pascal Voß heißen, keine Strapse tragen und keine Schminke auflegen würde.
Zwei Tonnen Müll
Doch wer sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt so freizügig präsentiert, dem sind lüsterne Blicke weiblicher und vereinzelt auch betrunkener männlicher Jecken sicher. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), hatte Spaß an der Verkleidung und ließ Schwester „Pascale“ ausnahmsweise für ein Foto auf der Trittstufe des Rettungswagens posieren. Aber nur kurz, dann gab Rettungssanitäter Oliver Kroschinski das Signal zur Weiterfahrt – schließlich drängte von hinten bereits die Reinigungsflotte der Technischen Betriebe Velbert (TBV).
Die neun TBV-Arbeiter hatten viel Arbeit vor sich. Konfetti, Luftschlangen, Bonbons, Glas, Pappkartons, Zigaretten und vieles mehr: Eineinhalb bis zwei Tonnen Müll werden wir etwa beseitigen“, sagte Disponent Michael Jordan, der versicherte, trotz Namensgleichheit nichts mit der amerikanischen Sportlegende zu tun zu haben.
Vom Kreisverkehr am Media Markt, die Fußgängerzone hinunter bis zur Kreuzung Schlossstraße arbeiteten die TBV im Nachgang die Folgen des Zuges ab. Drei Kehrmaschinen, zwei Pritschenwagen und zwei Laubbläser waren im Einsatz. „Es ist natürlich mehr Arbeit als an einem normalen Werktag. Aber es ist etwas anderes und macht natürlich auch viel Spaß“, so Jordan.
Viel Spaß, für den zumindest ein Stück weit auch Schwester Pascale gesorgt haben dürfte.
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