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Der Kabarettist mit dem „Tanga-Kopftuch“ zu Gast in Langenberg

13.01.2012 | 17:51 Uhr
Der Kabarettist mit dem „Tanga-Kopftuch“ zu Gast in Langenberg
Kabarettist Martin Herrmann begeisterte in der VG mit dem Programm „Keine Frau sucht Bauer“. Bild: Detlev Kreimeier

Langenberg.   Martin Herrmann begeisterte mit „Keine Frau sucht Bauer“ das Publikum in der Vereinigten Gesellschaft. Ein vergnüglicher Kleinkunstabend.

Der vergnügliche Kleinkunstabend, organisiert durch die literarische Gesellschaft zur Förderung der Kaffeehauskultur Melange, lockte am Donnerstag wieder zahlreiche Gäste in den schönen Saal der Vereinigten Gesellschaft. Dieses Mal war es der aus Süddeutschland stammende Kabarettist Martin Herrman, der mit „Keine Frau sucht Bauer“ mit intelligent-witzigen Texten und Liedern aufwartete, bei denen er sich selbst auf seiner E-Gitarre begleitete.

Recht entspannt und unaufdringlich kam er rüber, der Künstler. Seine Pointen sind eher „nicht so reißerisch und laut, wie man es von manchen Comedy-Sendungen im Fernsehen gewohnt ist“, meint auch die Hardenberger Zuschauerin Charlotte Meyer. Ihr Sitznachbar Matthias Müller-Vaissaire findet besonders das Ambiente ansprechend. „Leider ließ die Akustik hier am anderen Ende des Saals etwas zu wünschen übrig“, fügt er noch hinzu.

Esoterischer Wiedergeburts-Song

Nun, dem wurde in der wie immer mit feinen kulinarischen „Petitessen“ angereicherten Pause abgeholfen und so konnten sich auch die Gäste auf den hinteren Plätzen schließlich ohne Anstrengung von der Spritzigkeit, witzigen Verrücktheit und sprachlichen Schläue von Hermanns Vortrag überzeugen.

Sein „esoterischer Wiedergeburts-Song“ kam ebenso sinnig und böse daher wie so manches Chanson aus der Feder des großen Georg Kreisler. Dessen „Tauben vergiften im Park“ er übrigens wenig später umgedichtet und unter dem Titel „Geh’n wir Trauben vergiften bei Rewe“ präsentierte.

Seine Themen: ein Rundumschlag – ob er von seinem „Tinnitus“ angesichts des Namens Wulff fabuliert oder den Merkwürdigkeiten der Frauenmode nachsinnt. Er zeigt gleich eine eigene Kreation: ein dünnes Seilchen um den Kopf gebunden, das „Tanga-Kopftuch“. Oder als er sich mit Karo-Hemd und Hut in den Bauern verkleidet, der seinem Programm den Titel verlieh - nur um zu beweisen, dass er so eben nicht erotischer ist.

Sein Stil hat etwas ganz Eigenes, Feinsinniges und so brauchte das Publikum ein erstes Weilchen. Nach der Pause, auch nach der akustischen Verbesserung, da hatte er sie.

Der nächste feierliche, wie immer von der Firma Linke mit leckeren Speisen bestückte Kleinkunsttermin ist der 3. März – dann gibt’s Ringelnatz mit Peter Schütze.

Lisa Bianchini

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