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Kampf um den Schulerhalt

„Der Fisch ist noch nicht gegessen“

10.10.2011 | 20:10 Uhr
„Der Fisch ist noch nicht gegessen“

Neviges.Dieses gleich vorweg: Der Bezirksausschuss Neviges kann keine Beschlüsse fassen. Er spricht lediglich Empfehlungen aus. Daran kann sich der Rat dann halten - oder auch nicht. So war die Bemerkung des BZA-Vorsitzender Rainer Hübinger (SPD) zu verstehen, als er in der gestrigen Sitzung den zahlreichen Lehrern und Eltern zurief: „Bleiben Sie am Ball.“ Bei der Verhinderung der Auflösung der Hardenbergschule und der Ablehnung der Verlagerung der „Sonnenschule“ in den Siepen konnten die Gegner der Verwaltungsvorlagen gestern erste Etappensiege erringen, musste die Verwaltung gleich zwei empfindliche Niederlagen einstecken. Mit großer Mehrheit sprach sich der Bezirksausschuss bei der Frage einer „sukzessiven Auflösung“ der Hardenbergschule für eine Verschiebung einer Entscheidung aus. Verlangte die CDU eine Untersuchung, ob nicht eine Sekundarschule eingerichtet werden könne, forderte Velbert anders darüber hinaus die Vorlage eines auch von den Eltern und Lehrern entwickelten Konzeptes. Kritik am „zeitlichen Management“ des Abstimmungsmarathons über die Verwaltungsvorlage in den Ratsgremien kam aus allen Fraktionen.

Als das Thema Hardenbergschule vom Tisch war, kam es für die Verwaltung richtig knüppeldick. Einstimmig lehnte der Bezirksausschuss die Verlagerung der kath. „Sonnenschule“ von der Ansembourgallee zu Teilen der Gebäude der „Regenbogenschule“ im Siepen ab. Die Vorgehensweise der Verwaltung in dieser Frage nannte CDU-Ratsherr Stefan Ludwig eine „handwerkliche Katastrophe“. Rainer Hübinger war richtig sauer: „Die Verwaltung tut hier so, als ob alles schon im Sack ist. Ist es aber nicht. . .“

Die Vertreter der Verwaltung mühten sich nach Leibeskräften nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, hier werde etwas übers Knie gebrochen. „Niemand wurde überfahren. Wir haben uns an Vorgaben gehalten“, unterstrich Schuldezernent Holger Richter. Der Zeitplan sei mit der Verwaltung abgestimmt gewesen. Der Leiter des städtischen Immobilienservice, Andreas Sauerwein, sah es technisch: Akribisch genau seien alle Schulen der Stadt unter die Lupe genommen worden. Jetzt lägen Erkenntnisse vor. „Wir waren vorher nicht fertig.“

Zunächst sei ihr ein Umzug durchaus möglich erschienen, räumte „Sonnenschul“-Leiterin Christa Schreven ein. Schließlich habe ihr die Verwaltung die Lösung „auf dem Silbertablett“ serviert. „Von einer Beschneidung der ,Regenbogenschule’ – kein Wort.“ Die Eltern trügen die Pläne nicht mit. Fragten schon nach Ummeldemöglichkeiten für die Kinder für den Fall des Umzugs. „Nur bei einer räumlichen Nähe zu kirchlichen Einrichtungen könne die Schule existieren.

„Die Gebäude im Siepen reichen für zwei Schulen nicht aus“, machte die Leiterin der „Regenbogenschule“, Brigitte Marks deutlich. Zudem seien die aufgelisteten Kosten nicht nachvollziehbar. Sollten die Verwaltungspläne umgesetzt werden, sei die „Qualität der Arbeit nicht mehr zu gewährleisten.“ Für den Ausschussvorsitzenden Rainer Hübinger war am Ende klar: „Der Fisch ist noch nicht gegessen.“

Ulrich Braun

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Kommentare
11.10.2011
20:46
„Der Fisch ist noch nicht gegessen“
von DaDU | #4

Schade es findet keine Diskussion hier statt. Bis auf die LinksfraktionVelbert (Danke) kommentiert hier keine andere Partei. Für diesen Rest ist die Welt ja dann in Ordnung. Schade drum, aber wenn die etablierten Parteien es nicht nötig haben das Internet zu benutzen, dann werden es neue Parteien tuen. Und das wird gut so!

11.10.2011
13:12
„Der Fisch ist noch nicht gegessen“
von DaDU | #3

Es würde mich außerordentlich freuen, schon allein für die Kinder in Neviges und Langenberg, wenn die Hardenbergschule in eine Sekundarschule umgewandelt würde.
Weiter würde es mich freuen wenn der Stadtrat wieder die Entscheidungen für die Zukunft Velberts treffen täte und nicht die Verwaltung.
Es war bei der Reform des Bürgermaisteramts bestimmt gedacht, dass der Bürgermeister Rat und Verwaltung zusammenführt und nicht sein Amt für seine eigene Machtpolitik benutzt. Hier in Velbert liegt eine klare Interessensschieflage für den Bürger vor. Die Verwaltung schafft Tatsachen und der Rat segnet diese ab.
Der Rat hat aber laut Verfasssung die Richtlinien zu bestimmen und die Verwaltung die politischen Entscheidungen um zusetzen.

11.10.2011
11:06
„Der Fisch ist noch nicht gegessen“
von LinksfraktionVelbert | #2

Sag das nicht... wenn sich nach Scjulleitung und Linken nun auch die CDU für die Prüfung einer Sekundarschule ausspricht (Und auch SPD und Grüne sind dem Vernehmen nach nicht abgeneigt), dann könnte sich zumindest in dem Punkt etwas bewegen.

Und bei der Grundschulverlegung sieht es ja ähnlich aus. Und die Entscheidung trifft letztlich die Politik... es wäre ungewöhnlich, aber nicht unmöglich, dass Herr Freitag hier einmal keine Mehrheit bekommt.

10.10.2011
22:15
„Der Fisch ist noch nicht gegessen“
von DaDU | #1

Die Verwaltung wird ihr Ding knallhart durchziehen, wie beim Freibad in Langenberg, wie bei den Schulbussen, wie bei den Spielplätzen. Die Entscheidungen stehen fest. Unser dauergrinsender Bürgermeister wird schon eine Mehrheit um sich scharen mit den entsprechenden Versprechungen wie zum Beispiel mit Kletterparks usw..
Schließlich muss das neue Hauptschulgebäude 25 Jahre lang mit Kindern befüllt werden.

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