Der Elternwille zählt
17.02.2011 | 17:57 Uhr 2011-02-17T17:57:00+0100
Immer das Beste für den Sprössling – da sind sich wohl alle Eltern einig. Das fängt ja schon bei den ersten Schuhen und der Ausstattung des Kinderzimmers an. Selbstverständlich wird dann auch nicht jede x-beliebige Lernstätte gewählt. Warum sollte es bei der Wahl der weiterführenden Schule anders sein? Jetzt zählt dabei wieder allein der Elternwille, so dass die Eltern die Karrierelaufbahn ihres Kindes vorgeben können.
„Bis jetzt haben wir nur zwei Anmeldungen ohne eine gymnasiale Empfehlung“, so Angelika Vogt, Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Auch der Schulleiter des Nikolaus-Ehlen-Gymnasiums, Werner Schuhmacher-Conrad, hat den starken Willen der Eltern noch nicht zu spüren bekommen. „Natürlich bekommt jedes Kind die gleiche Chance. Nur müssen wir bei keiner direkten Empfehlung für die gymnasiale Laufbahn Beratungsgespräche führen“, erklärt der Schulleiter. Neben einem Gespräch mit den Eltern folgt ein weiteres mit dem Grundschullehrer. „Für uns sind die Gutachten sehr wichtig und hilfreich“, weiß Angelika Vogt. Werner Schuhmacher-Conrad fügt an: „Sollten wir nach den Gesprächen immer noch Bedenken haben, so bitten wir die Eltern zu einem Zweiten.“ Über eines sind sich die Schulleiter einig: „Der Elternwille hat Vorrang. Und auch, wenn das Kind für das Gymnasium nur bedingt geeignet sind, nehmen wir es selbstverständlich gerne auf.“ Angelika Vogt und Werner Schuhmacher-Conrad geht es in erster Linie um das Wohlergehen des Kindes und nicht um die Verhinderung einer optimalen Schulausbildung.
Seit Montag besteht die Möglichkeit, den Nachwuchs an der favorisierten Schule anzumelden. Bis zum 3. März können die Formulare ausgefüllt werden. „An den ersten Tagen war der Andrang sehr groß. Wir haben jetzt schon mehr Anfragen als in den vorherigen Jahren“, freut sich die Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Auch Direktor Werner Schuhmacher-Conrad bilanziert eine steigende Tendenz.
Anders als an den Gymnasien ist die Anmeldefrist an der Gesamtschule gestern abgelaufen. „In den vier Tagen hatten wir allerhand zu tun. Für die Oberstufe haben sich sogar mehr angemeldet als im vergangenen Jahr. Damit sind wir sehr zufrieden“, fasst die Schulleiterin der städtischen Gesamtschule, Antje Häusler ,zusammen. So groß die Freude über die vielen Anfragen auch ist, so schlimm ist es für die Schulleiterin, Absagen verschicken zu müssen. „Wir haben für die Unterstufe ganz klare Reglungen. Jungen und Mädchen müssen sich die Waage halten, genau so wie die Kinder mit Empfehlungen für die Haupt- und Realschule sowie für das Gymnasium“, erklärt Antje Häusler. Besonders deutlich bemerkt die Rektorin den Willen der Eltern. Alle entscheiden sich bewusst für die Gesamtschule, da den Kindern dort jeder Schulabschluss möglich ist.
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