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Serie: Mein Revier

Der Dorf-Sheriff von Birth

03.08.2012 | 17:36 Uhr
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Der Dorf-Sheriff von Birth
Bezirksbeamter Frank Schröder ist täglich als Ansprechpartner für die Bürger in seinem Revier unterw

Polizeihauptkommissar Frank Schröder ist nicht selten sechs Stunden am Stück auf den Straßen von Birth unterwegs. Präsent sein und ansprechbar, das ist sein Ideal.

Sechs Stunden am Stück durch Birth zu wandern, das ist für Polizeihauptkommissar Frank Schröder (56) nichts Ungewöhnliches: Als Bezirksbeamter heißt es für ihn, in seinem Revier Präsenz zu zeigen. „Mein Job ist quasi der des Dorf-Sheriffs.“ Seit 14 Jahren ist Schröder Bezirksbeamter in Birth: „Ich habe hier 8800 Einwohner, teilweise auch ,Kunden’.“

Und der Polizist kennt seine Pappenheimer: „Als Bezirksbeamte machen wir ja die Verkehrserziehung im Kindergarten und die Fahrradprüfungen in der Grundschule. Das heißt: Alle, die heute im Rüpelalter sind, kenne ich von klein auf.“ Jugendliche, die „Unfug“ machten, gebe es aber in jedem Stadtteil. „Das kann man nicht am Ort festmachen. Da gibt’s immer ’ne Generation, die sich irgendwo trifft. Das geht dann zwei Jahre so, dann werden die erwachsen.“

Ein Beispiel sei der Herminghauspark: „Da waren es auch zwei Jahre – und jetzt ist Ruhe.“ Problematisch werde es meist, wenn sich unter die Gruppen „welche mischen, die nicht dazu gehören. Die denken, in der Gruppe sind wir anonym, da können wir richtig auf die Kacke hauen.“ Zurzeit sei es in der Hinsicht aber ruhig in seinem Bezirk.

Wir sind noch nicht lange unterwegs, da wird Frank Schröder von zwei Frauen angesprochen. „Die Jahnstraße ist doch gesperrt“, erzählt die eine, „aber die Leute fahren um die Absperrung einfach rum. Das geht doch so nicht!“ Der Bezirksbeamte kennt das Problem: „Das ist leider so. Sie können ruhig Verbotsschilder aufstellen – wenn die Leute den Weg abkürzen können, halten sie sich nicht daran.“ Die Frau beharrt: „Da hätte man doch besser absperren müssen, dass die Leute nicht einfach drumherum fahren können.“ Aber für Rettungswagen müsste eine Durchfahrt gelassen werden, entgegnet Schröder. Die Frau ist’s zufrieden – und kann damit rechnen, dass die Polizei auf die Absperrung an der Jahnstraße demnächst ein Auge haben wird.

„Genau das ist unser Job“, kommentiert Schröder die Begegnung. „Wir sind präsent, wir sind ansprechbar.“ Vor allem ums Thema Raser gehe es in vielen Fällen. „Oder auch um Knatsch mit den Nachbarn – wir werden zu allen Themen querbeet angesprochen. Und wenn es massive Beschwerden wegen Raserei gibt, dann sind wir auch mit dem Lasergerät vor Ort“, sagt Schröder. Zum Beispiel in der Uelenbeek, einer Tempo-30-Zone. „Wenn hier nur jeder Vierte 40 fahren würde, wären wir schon froh.“

Jetzt, in den Ferien, ist es ruhig an der Uelenbeek und dem angrenzenden Teil des Herminghausparks, der zu Schröders Revier gehört. „Hier gibt’s seit einiger Zeit keine Sachbeschädigung mehr, nicht mal Graffiti“, freut sich der Beamte. Überhaupt sei Velbert ein eher ruhiges Pflaster. „In den Großstädten hat man ganz andere Dimensionen von Gewaltkriminalität. Hier in Velbert gibt es ja – zumindest offiziell – keine Prostitution. An der hängt viel dran wie Waffen und Rauschgift.“

In Schröders Bezirk sind es eher ab und zu Probleme mit Jugendlichen. „Und man hat auch Stammkunden, die gerne trinken. Wir nennen sie Immer-durstige-Individualisten“, erzählt Schröder. „Aber die tun nix.“ Ärger gibt’s schon eher mit rücksichtslosen Radfahrern, die sich selbst von einer Uniform nicht ausbremsen lassen: Da der Panorama-Radweg seinen Bezirk quert, ist Schröder auch dort oft unterwegs. „Dafür habe ich ein Dienst-Mountainbike im Keller.“

Alles in allem sei es in Birth aber eher friedlich. „Die Kriminalitätsrate ist sogar geringer als im Durchschnitt.“ Mit seinem Job jedenfalls ist Schröder zufrieden: „Das ist doch toll, jeden Tag an der frischen Luft zu sein. Meine Frau sagt immer: Du gehst spazieren und bekommst noch Geld dafür.“

Annette Wenzig

Kommentare
05.08.2012
22:16
Der Dorf-Sheriff von Birth
von emcy | #1

Ich finde es klasse, was Herr Schröder macht. Allerdings sollte man dem Artikelschreiber mal zur Aufgabe geben, die Stadtteile von Velbert zu studieren, bevor er einen Artikel mit großer Überschrift abdruckt.
Oder hat Birth jetzt auch Teile von Mitte "eingemeindet"?
Nicht mal die Bilderreihe zeigt ein einziges Bild aus Birth.

Ich würde mal sagen ....Sechs, setzen ..... am Thema vorbei.

Gruß aus Birth

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