Denkmalschutz – bis ins Detail

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Was wir bereits wissen
Vor zwei Jahren bekam der Voßwinkelshof in Nierenhof neue Besitzer. Seitdem laufen die Sanierungsarbeiten – auch wenn sich rein äußerlich kaum etwas tut.

Nierenhof..  „Vor fast dreieinhalb Jahren hat die WAZ Langenberg berichtet, das denkmalgeschützte Gebäude werde von Grund auf restauriert. Aber: Tut sich da überhaupt irgendwas am ehemaligen Voßwinkelshof?“ Immer wieder erreichen die Redaktion Anfragen bezüglich des Baudenkmals am Gutsweg 2 in Nierenhof. Und, doch – auch wenn es kaum so aussieht: Die Sanierungsarbeiten sind bereits im Gang – und weiter fortgeschritten, als man bei bloßer Ansicht der Fassaden erahnen kann.

„Sehr vieles sieht man erst bei einem Blick ins Innere des Hauses“, so Hella Naumann, bei der Stadt Velbert für die Baudenkmäler in Langenberg zuständig. Sie steht auch in ständigem Kontakt zu den Besitzern, die den alten Hof am Rande Nierenhofs im September 2011 erwarben.

„Kulturhistorische Bausubstanz“

Schon damals kündigte der neue Eigentümer an, dass das unter Denkmalschutz stehende Haus „denkmalgerecht renoviert“ werde. Dieses eher kleiner Schild ist inzwischen einem anderen, weitaus größeren gewichen, das von der Fassade herab auch Details zur geplanten Denkmalsanierung erläutert. So ist dort zu lesen, dass der „denkmalgeschützte Gutshof sowohl innen als auch außen zwecks Erhaltung, Wiederherstellung und Aufwertung kulturhistorischer Bausubstanz restauriert“ werde.

Fördermittel des Bundes

„Der Eigentümer hat sich bisher vor allem um die statischen Sicherung des Gebäudes gekümmert, hat im Innern Balken und Träger eingezogen“, so Hella Naumann. Erst im Januar habe sie gemeinsam mit Experten des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege das Haus besichtigt. Schließlich wird die Sanierung des Voßwinkelshofs auch mit Bundesmitteln gefördert – 80 000 Euro aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz gebe es dafür, hatte SPD-MdB Kerstin Griese der WAZ im Juni 2013 berichtet.

Ehrgeizige Sanierungspläne

Eine Förderung, die angesichts der tatsächlichen Kosten aber wohl kaum mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein sein dürfte. Sind die Pläne der Eigentümer doch überaus anspruchsvoll: „Ziel ist nicht die Sanierung im herkömmlichen Sinne, sondern die möglichst originale Wiederherstellung bis ins letzte Detail“, heißt es auf dem Baustellenschild. Und es wird ausgeführt, was dies im Klartext bedeutet: „Daher werden historische Bauteile, auch solche mit starken Schäden wie Dielen, Zargen und alle Fenster, in traditioneller Handarbeit restauriert, statt sie durch neue Bauteile zu ersetzen.“

Vermutlich hatte es aus diesem Grund auch bereits auf dem ersten Baustellenschild am Baudenkmal vor fast dreieinhalb Jahren geheißen: „Das Beschädigen oder Entfernen von noch so unbedeutend erscheinenden Gegenständen ist verboten.“