Das aktuelle Wetter Velbert 9°C
Tag der offenen Tür

Den schönen Schulstandort behalten

17.01.2012 | 17:55 Uhr
Den schönen Schulstandort behalten

Neviges.  Die Hardenberg Hauptschule Am Waldschlösschen gewährte während eines Tages der offenen Tür einen Einblick in ihre Arbeit. Dabei warb sie verstärkt um Anmeldungen, um eine mögliche Schließung der Einrichtung zu verhindern.

Die Sorgen aus dem vergangenen Herbst haben der Schulleiter, das Kollegium und die Schüler der Hardenberg Hauptschule noch nicht vergessen. Jedoch war auch vom Trübsal beim „Tag der offenen Tür“ Am Waldschlösschen nichts zu spüren. Noch freuten sie sich über die Gelegenheit, Werbung für ihre Schule machen zu können. Wie die Zukunft der Hardenbergschule jedoch aussehen wird, ist ungewiss. „Für uns war es wichtig, nicht nur einen Tag der offenen Tür, sondern auch ein Fest zu veranstalten, besonders da das letzte Jahr sehr stressig verlaufen ist.“, so der Schulleiter Joachim Kohlhage. Deshalb gab es auch all die Leckereien, wie Kaffe und Kuchen kostenlos. Nachdem die Hardenbergschule als Standort für die zweite kommunale Gesamtschule außer Debatte stand, war es angedacht, die Hauptschule 2012/2013 aufgrund zu geringer Anmeldezahlen zum Auslaufen zu bringen. „Keine 50 Prozent der Schüler“, so schätzt Joachim Kohlhage sind Nevigeser Kinder. Nun allerdings wartet der Schulleiter auf eine Zu- oder Absage der Stadt zu der Idee einer Sekundarschule, die beabsichtigt Haupt- und Realschüler unter ein Dach zu bringen. „Wir wissen bis jetzt nicht, was auf uns zukommt, solange wir noch keine Anmeldungen empfangen haben“, sagt er. Hauptschüler wird es immer geben, „auch wenn die Schulform vielleicht verschwinden wird“, das müsse man sich vor Augen halten, erklärt der Schulleiter. Derzeit hat Neviges vier Grundschulen und eine Hauptschule. Eine Verlagerung der Hardenbergschule in die Martin-Luther-King Hauptschule in Velbert-Mitte würde zur Vergreisung in Neviges führen. „Wenn es hier keine weiterführende Schule mehr gibt, welche Familie wird dann noch hier hin ziehen?“, fragt der Schulleiter.

Von dem Nevigeser Schwimmbad sind es nur wenige Meter bis zum Waldschlösschen. Auf dieser Anhöhe befindet sich die Hauptschule: „Uns geht es vor allen Dingen darum, die Schule als auch unseren schönen Standort zu behalten“, sagt Kohlhage. Giesela Geurtz, Englischlehrerin und Berufsberaterin spekuliert: „Wenn wir dieses Jahr, sprich zum dritten Mal, wieder einzügig sind und nicht genug Anmeldungen haben, kann es gut sein, dass die Schule aufgelöst wird.“ Dass ausgerechnet die Hardenbergschule, die für die Lehrerin ein gut funktionierendes Modell ist, geschlossen werden soll, kann sie nicht nachvollziehen. „Ich finde, es ist ein Unding, wie die Politik unsere Schule kaputt gemacht hat. Es trifft immer die Schwächsten, da wir auch eine geringe Lobby haben.“

Während die Schülerband ihren musikalischen Beitrag zum Programm leistete, machten sich die Eltern Gedanken über die Zukunft ihrer Kinder: „Die Hardenbergschule gilt als beste Hauptschule im ganzen Umkreis und hat einen hervorragenden Ruf. Es wäre eine Schande, wenn sie geschlossen werden würde.“, sagt Mutter Mara Mijatovic. Ihren Sohn musste sie von der Realschule auf die Hardenbergschule schicken: „Ich bin dankbar, dass sie ihn schulisch so gut aufgepeppelt haben.“ Joachim Kohlhage erklärt es damit, dass die Lehrer weniger Distanz zu ihren Schülern haben: „Dies ist sowohl gut, als auch schlecht, wobei wir natürlich versuchen, das Positive herauszustreichen.“ Durch die Übersichtlichkeit auf der Schule kenne er jeden Namen und auch die soziale Situation der Schüler, dies sei ein entscheidender Unterschied zu anderen Schulformen. Dass von den Hauptschulen oft ein schlechtes Bild herrscht, darüber könnte sich Jutta Hohnen aufregen. Ihre Tochter ist auf die Hardenbergschule gegangen, der Enkel seit dem letzten Jahr auch: „Auch die Hauptschule muss ihren Platz in der Gesellschaft haben“, sagt sie.

Auch im Sport und in der Qualitätskontrolle liegt die Schule weit oben. Wenn es allgemein heißt, Hauptschüler lägen unter dem sportlichen Niveau, so zeigen die Waldläufe und Sportfeste der Hardenbergschule ein anderes Ergebnis. Shawn (13) weiß seine Schule auch um etwas anderes zu loben: „Ich bin froh, dass es hier nicht so viel Gewalt gibt.“

Katharina Erschov

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6256527/create

Aktuelle Fotos und Videos
Kindergarten im Wald
Bildgalerie
Waldkinder
Hardenberger Schützenfest
Bildgalerie
Brauchtum
Projekt Gesundheit
Bildgalerie
Regenbogenschule
Kurzer Prozess
Bildgalerie
Fußball
Aus dem Ressort
Marken-Image leidet durch Gerüchte
Opel
Die Gerüchte um eine Schließung des Opel-Werks in Bochum reißen nicht ab – und manch einer befürchtet dadurch einen Imageschaden für die Marke Opel. Die WAZ wollte wissen, ob das drohende Aus für die Fertigung des Astra im Ruhrgebiet auch bei den Velberter Opel-Käufern und -Fans ein Gesprächsthema
Stadt: U3-Ausbau ist doch machbar
Kinderbetreuung
Ausweg aus der Millionen-Finanzierungslücke: Geld aus Belastungsausgleich für nötige Investitionen einsetzen. Richter: „Diese Mittel können ausreichen.“