Demografischen Wandel stoppen

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Langenberg..  Wenn die SPD Velbert zum Neujahrsempfang in die stilvolle Vereinigte Gesellschaft zu Langenberg einlädt, so ist das weniger eine Parteiversammlung, sondern vielmehr ein Treffen gesellschaftlich relevanter Kräfte unserer Stadt. Vereinsgrößen, ehemalige Kommunalpolitiker, Verwaltungsspitzen, Abgeordnete aus Land, Bund und Brüssel. Und da darf es auch mal ein Grünen-Politiker wie Oliver Keymis sein, Landtagsvizepräsident, mit dem der Velberter SPD-Vorsitzende Volker Münchow seit Jahren an der deutsch-französischen Freundschaft bastelt, der das zentrale Referat auf dem Empfang hielt.

Demografischen Wandel stoppen

In diesen Tagen gibt es weltweit nur ein Thema, wenn es um Frankreich geht: Das islamistische Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo. „So schrecklich diese Taten auch waren, ich hoffe, dass Europa sich jetzt auf seine Werte wie Offenheit und Toleranz besinnt“, sagte Keymis. Mit Blick auf 2015 erwähnte der Redner aus Düsseldorf zwei wichtige Jahrestage, die zu würdigen sind: Die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee und das Kriegsende 1945. „Frankreich und Deutschland haben nach dem Krieg für den Aufbau Europas eine zentrale Rolle gespielt“, so der Landtagsvizepräsident. Über die Parteigrenzen hinweg habe er 2010 mit Volker Münchow eine deutsch-französische Parlamentariergruppe gegründet.

Auch Münchow bezog sich in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung auf die Gräueltat in Paris. „Ich verabscheue die Versuche, die seither unternommen worden sind, diese Geschehnisse zu instrumentalisieren“, sagte Münchow. In Richtung der Pegida-Demonstranten warnte der SPD-Politiker: „Bürger sollten sich dieser Bewegung nicht anschließen, sie werden von radikalen Rechten, die solche Aufmärsche organisieren, nur missbraucht und irregeführt!“

Auch einen Blick nach Langenberg warf der SPD-Landtagsabgeordnete, verwies auf die andere gute Stube des Stadtteils, das Bürgerhaus. „In einem Jahr wollen wir es wieder eröffnen, das Historische Bürgerhaus“, so Münchow. Im Rückblick stellte er fest, dass in 2014 wichtige Ziele erreicht worden seien, und erwähnte die Fertigstellung des Sportplatzes Nizzatal.

Wo liegt die wichtigeste Herausforderung für Velbert? Volker Münchow sieht sie im demografischen Wandel, im Verlust von Einwohnern. „Wir müssen mit unserer Politik dazu beitragen, dass dieser Rückgang bei der Bevölkerung gestoppt wird“, so Münchow. Denn, so der stellvertretende Bürgermeister, nur dann könne die wertvolle Infrastruktur Velberts erhalten bleiben.