Küchenchefin im „Hotel Mama“ kocht Kartoffel-Gurken-Gulasch

„Das isst der Pott“: WAZ-Mitarbeiterin Kirsten Gnoth probiert mit Christel Karl das Kartoffelgurken-Gulasch mit paniertem Kabeljau
„Das isst der Pott“: WAZ-Mitarbeiterin Kirsten Gnoth probiert mit Christel Karl das Kartoffelgurken-Gulasch mit paniertem Kabeljau
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Christel Karl schätzt die Einfachheit des Kartoffel-Gurken-Gulaschs. Der Dill verleiht dem Gericht die besondere Note.

Heiligenhaus.. „Mom’s Kitchen. Open 24 hours.“ Das hölzerne Schild über Christel Karls Arbeitsplatte verrät nicht nur, dass sie leidenschaftlich gerne kocht, sondern auch, dass ihre mittlerweile erwachsenen Kindern gerne zum Essen ins „Hotel Mama“ kommen. „Meistens äußern sie sogar einen Essenswunsch, bevor sie zu uns kommen“, weiß Jürgen Karl. Zu den Leibspeisen der Familie zählt auch das Kartoffel-Gurken-Gulasch, das nun in der Pfanne vor sich hin köchelt.

Nur um es direkt vorweg zu sagen: Wenn es ums Kochen geht, habe ich zwei linke Hände. Das nicht vorhandene Talent an der Seite von Christel Karl vertuschen zu wollen ist zwecklos. „Ich probiere vieles aus. Ich koche gerne ganze Menüs und die eine oder andere Spitze für meine Familie“, erzählt sie. Ehemann Jürgen Karl überlässt seiner Frau nur zu gern das Feld. „Ich bin der Genießer“, witzelt er und blickt der Küchenchefin beim Kartoffelschälen über die Schulter. Blitzschnell ziehen die braunen Knollen blank, während ich die Frühlingszwiebeln enthaupte.

In der Küche hat die Heiligenhauserin immer einen Schlachtplan parat. Und der sieht vor, dass die Zwiebeln nun ins Schwitzen kommen. Gemeinsam mit dem Knoblauch werden sie angedünstet, bevor die Kartoffelwürfel dazu stoßen. „Man muss auf die verschiedenen Garzeiten achten. Kartoffeln brauchen viel länger als Gurken und kommen deshalb zuerst in die Pfanne“, gibt Christel Karl den Tipp. Das was im Topf landet, kauft sie oft auf dem Heiligenhauser Wochenmarkt. Ein frisches Angebot und gute Qualität locken Karl zweimal in der Woche aus der Oberstadt auf den Rathausplatz.

Auch das Bündel Dill duftet wie frisch aus dem Garten. „Es ist das Herzstück des ganzen Gerichts. Der muss dran, sonst schmeckt es einfach nicht“, betont die Heiligenhauserin. Klein gehackt landet fast das ganze Büschel zum Schluss in der Pfanne. Fingerspitzengefühl ist geboten, damit der Dillgeschmack das Gericht nicht dominiert, sondern verfeinert.

Goldbrauner Kabeljau

Ob ich direkt aus der Pfanne kosten möchte? Klar. Seitdem meine Großmutter mir den ersten Gurkensalat mit Kondensmilch und Dill auftischte, liebe ich diese Kombination. Besonders schön harmoniert das vegetarische Gulasch mit dem Kabeljau. Der hat bereits einen Gang durch die Panierstraße hinter sich und brutzelt in der Pfanne, bis die Semmelbrösel goldbraun sind. Wenn Christel Karl ihre Kinder kulinarisch immer so verwöhnt, kann ich gut verstehen, warum das Hotel Mama stets ausgebucht ist.

Die Zutaten

5 große Kartoffeln (ca. 1 Kilo), 2 Schlangengurken,
1 Bd Frühlingszwiebeln,
1 Knoblauchzehe, 2 Bd Dill,
5 El Olivenöl, etwas Butter zum Anbraten, 250 Gramm Sahne, Salz und Pfeffer.

Und so geht’s

Die rohen Kartoffeln schälen und in mundgerechte Würfel schneiden. Den beiden Gurken droht das selbe Schicksal. Vor dem Würfeln müssen die Hälften allerdings noch entkernt werden. Am einfachsten geht das mit einem Teelöffel. Die Frühlingszwiebeln und die Knoblauchzehe klein schneiden und in einer großen Pfanne in Fett andünsten. Nach ein paar Minuten die Kartoffelwürfel hinzugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit der Hälfte der Sahne ablöschen. Deckel drauf und circa zwölf Minuten garen lassen. Anschließend die Gurken und den Rest Sahne für weitere zwölf Minuten mitschmoren. Währendessen das Fischfilet panieren und in der Pfanne goldbraun braten. Zum Schluss den Dill unter das Gemüse rühren und alles anrichten.