Heiligenhauser kocht Möhren-Kartoffelsuppe

WAZ-Mitarbeiterin Kirsten Gnoth kocht mit Joachim Paeth eine Möhren-Kartoffelsuppe.
WAZ-Mitarbeiterin Kirsten Gnoth kocht mit Joachim Paeth eine Möhren-Kartoffelsuppe.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein leckeres Süppchen wird dieses Mal garniert mit Lachs und Krabben.

Heiligenhaus.. „Himmel. Bei der ganzen Tötterei habe ich den Porree ganz vergessen“, bemerkt Achim Paeth und sprintet in Richtung Arbeitsplatte. Bevor er das Stangengemüse allerdings unters Messer legt, verpasst ihm Paeth eine kurze Dusche. Mit etwas Verspätung landen schließlich auch die feinen Porreeringe im Kochtopf. Während die Suppe vor sich hin köchelt, erzählt Achim Paeth von seinen Anfängen als Weihnachtsbäcker und dem straffen Zeitplan im Männerkochclub der Volkshochschule.

Angefangen hat alles mit dem würzigen Duft von Weihnachtsplätzchen. Bis zu 25 verschiedene Sorten schob Paeths Mutter jedes Jahr in den Ofen. Der Funke sprang über. Mittlerweile ist er es, der Blech für Blech ins Rohr schiebt und seine Mutter mit dem Geschmack hausgemachter Plätzchen überrascht. „Allerdings habe ich mir abgewöhnt, so viele zu machen. Keiner möchte bis Karneval Weihnachtsplätzchen essen“, findet Paeth.

Nach den ersten vollen Keksdosen traute sich der Wülfrather immer mehr zu. Mittlerweile kocht er nicht nur leidenschaftlich mit seiner Frau zusammen, sondern auch mit einer eingefleischten Männer Kochrunde. Seit drei Jahren besucht er regelmäßig den Kochclub der Heiligenhauser Volkshochschule. Ein Schelm mag jetzt denken, dass der einzige Handgriff an diesem Abend zum Dosenöffner führt – weit gefehlt. „Wir kochen ganze Menüs mit mehreren Gängen. Manchmal muss man ganz schön rotieren. Aber dadurch habe ich gelernt, mir die Zeit sinnvoll einzuteilen“, so Paeth. Warten die Herren beispielsweise mit dem Eis zu lang, können sie es nämlich genauso Löffeln wie die Möhren-Kartoffelsuppe.

Zeitmanagement ist entscheidend

Mit dem Zeitmanagement hapert es bei mir als Kochanfänger noch ganz gewaltig. Meine einzige Sorge gilt in diesem Moment jedoch nicht der Uhr, sondern dem Sparschäler, der haarscharf an meinem Fingerknöchel vorbei saust und beinahe für mehr als nur eine Lachsbeilage in der Suppe gesorgt hätte.

Die Möhren-Kartoffelsuppe bringt nach einiger Zeit den Topfdeckel zum Wackeln und muss temperaturtechnisch einen Gang runter schalten. Immer wieder drückt Paeth mit der Gabel einzelne Stückchen ein, um zu gucken, ob sie schon weich sind. Sieht gut aus. Blitzschnell macht der Pürierstab mit dem Gemüse kurzen Prozess und verwandelt die klare Suppe in ein sämiges Mus. „Ich bin sehr vorsichtig mit Salz, weil ich den natürlichen Geschmack des Gemüses nicht überwürzen möchte. Vieles ist heute einfach mit Geschmacksverstärkern überladen.“

Aus jedem Löffel lässt sich das erdige Aroma der Kartoffeln und die feine Süße der Möhren rausschmecken. Die Lachsstreifen sorgen für eine würzige Überraschung. Selbst als Suppen-Verächter (ja, meine Eltern kamen auf die gute Idee, jeden Samstag meiner Kindheit Hühnersuppe aufzutischen) nehme ich nun gern noch einen Nachschlag.

Die Zutaten

600 ml Brühe
400 Gramm Kartoffeln
250 Gramm Möhren
1 kleine Stange Porree
150 Gramm Kräuterfrisch-käse sowie Räucherlachs / Nordseekraben als Einlage.

So geht’s

Zuerst müssen Kartoffeln und Möhren geschält werden. Anschließend werden die Knollen in kleine Würfel geschnitten. Die Möhren enden ebenfalls unter der Klinge und als Scheibchen im Topf. Nun noch den Porree waschen und in Ringe schneiden. Etwas Wasser im Wasserkocher „anschubsen“, dann köchelt das Ganze auf dem Herd schneller. Die Brühe dazu geben und im Topf zum Kochen bringen. Möhren und Kartoffel in die Brühe geben und 20 bis 30 Minuten köcheln lassen. Danach die Suppe nach Belieben mit Wasser oder Brühe aufgießen und das Gemüse pürieren. Mit Salz und etwas Pfeffer abschmecken, dann den Frischkäse einrühren und mit erhitzen. Zum Schluss die Lachsstreifen dazu geben.