Dorothea Kollenberg aus Velbert ist mit Leidenschaft in der Küche

In der letzten Folge der Aktion „Das isst der Pott“ kochte Dorothea Kollenberg mit WAZ-Redaktionsleiter Matthias Spruck Stielmus.
In der letzten Folge der Aktion „Das isst der Pott“ kochte Dorothea Kollenberg mit WAZ-Redaktionsleiter Matthias Spruck Stielmus.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
WAZ-Leserin Dorothea Kollenberg hat beim Kochen viel von ihrer Schwiegermutter gelernt. Beim WAZ-Termin steht Stielmus auf dem Programm.

Velbert.. Dorothea Kollenberg ist freundlich und offen zu jedem, den sie trifft; ein aufmunterndes Lächeln umspielt ihren Mund auch dann, wenn sie mit großem Messer gebündelte Stielmusstrünke in kleine Stücke schneidet. „Ich bin da ganz in meinem Element“, kommentiert sie. „Stielmus zählt zu meinen Leibgerichten.“

Zusammen mit der Schwiegermutter

Stielmus, verbreitet ist auch die Bezeichnung Rübstiel, ist vielen jüngeren Menschen gar nicht mehr bekannt. Dorothea Kollenberg lernte es auch erst kennen, als sie, die gebürtige Sauerländerin, einst der Liebe wegen nach Velbert umgezogen war. „Ich hatte das große Glück, eine sehr verständnisvolle Schwiegermutter zu haben“, erinnert sie sich. Die beiden Frauen verbrachten viel Zeit zusammen, und die in noch vielen Dinge unerfahrene junge Ehefrau profitierte sehr vom Erfahrungsschatz der älteren. Einmal erlaubten sie sich einen Scherz mit Dorotheas Ehemann, der zu ihrem Verdruss oft sagte, dass seine Mutter dies und das deutlich besser kochen könnte als sie. „So machte meine Schwiegermutter eines Tages einen Topf Stielmus, brachte ihn mir mit der Vorgabe, ich sollte ihn abends als von mir gekocht ausgeben“, sagt Dorothea Kollenberg. Es kam wie es kommen musste: Nein, der Rübstiel von meiner Mutter schmeckt doch besser, meinte der Gatte abends am Tisch. Da war die Schadenfreude der „Intrigantinnen“ groß – ebenso wie die Peinlichkeit bei Ehemann Kollenberg.

Auch viele Jahre nach dem Tod ihres Mannes kichert Dorothea Kollenberg herzlich über diese zutiefst menschlichen Geschichten. Es freut sie immer, wenn ihr Stielmus gewünscht wird. Denn auf den Markt muss sie für das Gemüse gar nicht gehen, die beiden WAZ-Journalisten schiebt Dorothea Kollenberg kurzerhand in ihren großen Garten, wo neben manchem Kraut auch zwei Reihen mit Rübstiel gedeihen. Sie weist auf die kleine Rübe an jeder Pflanze, „jetzt sind sie noch gar nicht reif“, befindet sie mit Blick auf die Strünke. Rübstiel aus dem Hause Kollenberg wird es also erst demnächst geben.

Kinder und Gemüseküche

Vielen Velbertern ist Dorothea Kollenberg als Vorsitzende, als Baas der Offers-Kompeneï bekannt. Die Liebe der Mitstreiter dort zur Muttersprache Platt findet auch im kulinarischen Bereich seinen Niederschlag: „Unter www.velberter-platt.de gibt es einen Bereich mit alten Rezepten, darunter auch eins mit Stielmus“, erläutert Dorothea Kollenberg. Bei monatlich mehr als 2000 Seitenaufrufen der Homepage entfallen allein rund 30 Prozent auf das Stielmus. Während die WAZ-Leserin nun den fetten Speck und Zwiebeln in kleinen Stücken in einer heißen Pfanne auslässt, berichtet sie von ihren Enkelkindern, die früher regelmäßig zu Gast bei der Oma waren. „Die haben immer mit großem Appetit Gemüse bei mir gegessen“, sagt Dorothea Kollenberg. Es hängt also von der Art und Weise zu kochen ab, ob Kinder für Gemüseküche begeistert werden können oder – wie so häufig – nicht.

Während die Kartoffeln und der Rübstiel sanft kochen, ringt sich Dorothea Kollenberg durch, heute etwas Sahne in den Eintopf zu rühren. „Das hätte man früher, als das Gemüse in Henkelmännern mitgegeben wurde, nicht machen können. Aber heute darf das durchaus mal sein!“

Die Zutaten

Für vier Personen wird benötigt:

1 Kilo Stielmus,
1 Kilo mehlig kochende Kartoffeln,
50 g fetten Speck,
zwei Zwiebeln,
halber Liter Brühe,
Sahne,
Pfeffer
und Salz

Das Rezept

Zunächst werden Speck und Zwiebeln gewürfelt und zusammen in einem Topf ausgelassen, dann wird die Brühe hinzu gegeben, um damit Speck und Zwiebeln zu löschen.

Das Stielmus wird nach dem Waschen fein geschnitten (je nach Neigung) und dann hinzu gegeben, man lässt es langsam garen. Die gewürfelten Kartoffeln kommen hinzu und werden über einen Zeitraum von 20 bis 30 Minuten mit gekocht. Je nach Vorliebe wird das Gericht im Anschluss leicht durchgestampft.

Zum Essen werden Mettwürstchen und/oder durchwachsener Speck gereicht. Früher war es Brauch bei vielen Zeitgenossen, dazu auch eine Scheibe Schwarzbrot zu essen.