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„Das holen wir nach“

03.08.2010 | 18:40 Uhr
„Das holen wir nach“

Fakt ist: Jeder Schüler freut sich über seine wohlverdienten Sommerferien. Manche reisen ins Ausland, genießen den Urlaub am Meer oder bleiben daheim und unternehmen etwas. Andere Schüler haben es leider nicht so gut – für sie heißt es: Ferien im Krankenhaus.

„Ein bisschen langweilig ist es schon. Ich höre Musik oder schaue mir Comics an“, sagt Noah. Der neunjährige Grundschüler kam vor ein paar Tagen wegen Verdachts auf Blinddarmentzündung ins Klinikum Niederberg. Er war noch nie im Krankenhaus, doch zum Glück ist die Behandlung nur ein bisschen unangenehm und „der Piekser am Arm tut gar nicht weh“.

Besuch bekommt Noah auch: „Mama war die ganze Zeit bei mir und hat hier auch übernachtet. Jetzt kümmert sich Papa um mich.“ Außerdem hat der Neunjährige noch vier Geschwister. Über die ungewohnte Ruhe ist er froh, aber ein bisschen vermisst er seine Geschwister schon.

Was für Noah noch Neuland ist, kennt der siebenjährige Sebastian schon. Er ist nicht zum ersten Mal im Krankenhaus. Seit fast zwei Jahren muss er immer wieder in die Klinik, denn er hat Probleme mit der Niere. „Mir gefällt es hier. Und langweilig ist mir auch nicht – ich gucke mir Bücher an oder spiele mit Papa Karten.“ Sein Vater hat sich inzwischen an die Situation gewöhnt und sieht in dieser Routine auch Vorteile: „Er kennt die Abläufe im Krankenhaus, deshalb ist es nicht mehr so schlimm für ihn.“

Wegen seiner Infusion kann der Grundschüler leider nicht nach draußen spielen gehen, den hauseigenen Kindergarten besucht er aber gerne. Immer mit im Gepäck sind seine Kuscheltiere. „Zuhause habe ich noch 35 Stück, die durfte ich aber nicht mitnehmen“. Zum Glück ist ja der Papa da, der auch bei seinem Sohn auf dem Zimmer übernachtet.

Auf ihren Urlaub müssen Noah und Sebastian wahrscheinlich verzichten. Noah wollte eigentlich nach Mallorca fliegen, Sebastian nach Bayern fahren. „Das holen wir nach“, verspricht Sebastians Vater. Was die Temperaturen angeht, muss man gar nicht erst nach Mallorca reisen – es ist sehr warm auf der Kinderstation. „Die Temperaturen halten sich in Grenzen“, meint Gesundheits- und Krankenpflegeschüler Sebastian Schmeig. „Je höher man kommt, desto heißer wird es auf den jeweiligen Stationen. Da hat die Kinderstation im zweiten Stock noch Glück.“

Der 18-jährige Pfleger versteht, wenn die Kinder auch mal quengelig werden: „Irgendwann wird es hier jedem mal langweilig. Generell sind hier aber alle Kinder sehr pflegeleicht.“ Die längste Zeit, die man auf der Kinderstation verbringt, ist, wenn ein Infekt festgestellt wird und Antibiotika verabreicht werden müssen. Dann kann der Aufenthalt auch schon mal bis zu zwei Wochen dauern.

Sonja Lelittka

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