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Daniel Post: Rückkehr an den Rhein

10.08.2011 | 16:46 Uhr
Daniel Post: Rückkehr an den Rhein
Pfarrer Daniel Post verlässt die Gemeinde in Velbert. Bild: Detlev Kreimeier

Velbert.   Nach fast 18 Jahren in Velbert zieht es Pfarrer Daniel Post nach Bad Godesberg. Am 4. September feiert er Abschied.

Am Montag beginnt Daniel Posts Jahresurlaub. Die Beine hochlegen und richtig ausspannen kann der evangelische Pfarrer dieses Mal jedoch nicht. In den drei Wochen muss er Kisten packen, Möbel schleppen und Bücher einsortieren – denn Post zieht mit seiner Frau Bettina von Velbert nach Bad Godesberg.

„Ich wollte gerne noch mal in einer anderen Gemeinde arbeiten“, begründet der 49-Jährige seinen Ortswechsel. Ab September lebt er nun wieder am Rhein, den Fluss lernte er bereits während seiner Studienzeit kennen und lieben. Der gebürtige Kölner besuchte die Universität Bonn, in der Nachbarschaft durchlief er das Vikariat. Ende 1993 ging es dann in die Praxis – in die Velberter Johanneskirche. „Und dort hat mir die Zusammenarbeit mit den Leuten sehr gefallen. Die meisten sind bodenständig, menschlich und haben den Schalk im Nacken“, beschreibt der Pfarrer den Velberter. Sofort kommt ihm ein Spruch in den Sinn, der einem Kirchgänger nach dem Gottesdienst mal über die Lippen kam. „Von meiner Kirchensteuer könnte ich Ihr Gehalt zahlen“, habe dieser damals geflachst.

Schule als Ausgleich

Aber nicht nur an flapsige Sprüche der älteren Bürger erinnert sich Daniel Post gerne zurück. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hatte für ihn immer einen großen Stellenwert. Der Pfarrer schätzte den guten Kontakt zur Kindertagesstätte Pusteblume, begleitete die angehenden Konfirmanden gerne auf ihrem Weg und fand Ausgleich bei der Arbeit im Schuldienst. An der Heinrich-Kölver-Realschule unterrichte er seit 2005 evangelische Religion. Vor sechs Jahren gab es auch eine große Feier in seiner Gemeinde – der 50. Geburtstag der Johanneskirche wurde in eine Festwoche gebettet. „Im Nachhinein war es eine Art Abschiedsfeier“, sagt Daniel Post mit Wehmut. Denn im folgenden Jahr wurde die Kirche geschlossen. Post konnte sich fortan nicht mehr wie gewünscht als Seelsorger einbringen.

In Bad Godesberg wartet nun ein „anspruchsvolles Arbeitsfeld“ auf den Vater von zwei Töchtern. Doch bevor er sich den Rheinländern intensiv widmet, will er sich bei den Niederbergischen gebührend verabschieden. Am 4. September feiert er noch mal Sonntagsgottesdienst in Velbert, auch Superintendant Rolf Breitbarth spricht dann in der Friedenskirche. Um 16 Uhr beginnt die Verabschiedung. „Damit auch meine Kollegen Zeit haben zu kommen“, begründet Post den ungewöhnlichen Zeitpunkt. Er will im großen Kreis feiern und sich nicht auf leisen Sohlen auf nach Bad Godesberg machen.

Denis de Haas

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