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Gymnasium Langenberg

Chemieunterricht als Kabarett

14.02.2012 | 19:26 Uhr
Chemieunterricht als Kabarett
„Chemie zwischen 6.30 und 7.30 Uhr“ hieß der Experimentalvortrag von Dr. Gerhard Heywang im Gymnasium Langenberg. Foto: Uwe Möller/WAZ FotoPool

Langenberg.   Der Chemiker Dr. Gerhard Heywang lud Schüler, Lehrer und Eltern ins Pädagogische Zentrum des Gymnasium Langenberg zu einer kurzweiligen Lehrstunde ein.

Methylendiphenyldiisocyanat und Polyesterdiol. Oder einfacher: Mädchen und Jungs. So leicht kann Chemie sein. Der Vortrag über „Chemie zwischen 6.30 und 7.30 Uhr“ am Gymnasium Langenberg entpuppte sich als unterhaltsames, witziges Kabarett mit gehaltvollen Inhalten.

Dr. Gerhard Heywang, pensionierter Chemiker aus Bergisch-Gladbach, führt durch den Abend der den Morgen beleuchtet. Mit seiner Begrüßung „Hi Fans!“ hat er die ersten Lacher und die volle Aufmerksamkeit. Dann verfliegt die Zeit. Und dabei erzählt Heywang nur 1 ppm. „Ein Teil von einer Million“ klärt er auf.

Bereits im Schlaf treffen wir, bzw. liegen wir auf Chemie. Er zeigt eindrucksvoll, wie die eingangs genannten Stoffe zu Polyurethanschäumen reagieren, die in den meisten unserer heutigen Matratzen vorkommen. Seine Demonstration des Verrührens zweier Stoffe allein bannt den Zuschauer, ein Vorgang, den der Pensionär in monotonem Sprechgesang beschreibt. Der erste Versuch geht natürlich schief. Beim zweiten klappt es ebenfalls zunächst nicht.

Heywang beschreibt den Versuch, macht aus dem Methylendiphenyldiisocyanat die Jungs und aus dem Polyesterdiol Mädchen. Die fassen sich an den Händen. Bilden Ketten. Während er die stattgefundene Reaktion beschreibt, tanzt er über die „Bühne“.

Der zweite Versuch wächst aus seiner Schale heraus, reagiert und reagiert, wird zu Schaum. „Die ersten Reihen bitte räumen“. Der Schaumpilz wächst weiter. Dr. Heywang fragt in die Runde: „Nur weil ich einmal links herum, später aber rechts herum gerührt habe? Was ist passiert?“ Er erläutert den Herstellungsprozess. Mit Hilfe von Jan und Patrick, die Kamera, Laptop und Beamer betreuen, wechselt das Bild vom Hartschaum auf dem Experimentiertisch in eine moderne Produktionshalle. Dann nimmt er seinen roten Faden wieder auf.

Noch ist es 6.30 Uhr, gerade erst erwacht der Tag. Nach dem Erwachen geht es unter die Dusche. Der Tropfen. Die Tropfenform. Die Zuschauer müssen mitmachen. Werden in zweifacher Hinsicht belohnt. Mit Wissen. Und wer richtig antwortet, bekommt eine Belohnung.

Die Oberflächenspannung des Wassers wird in verschiedenen Versuchsaufbauten erläutert. Und wie sie wieder zerstört werden kann.  Basen und Säuren, Wasser- und Fettlöslichkeit, verschiedene Aggregatzustände, Wissen, eingebettet in alltäglichen Vorgängen wie Haare waschen, Duschen, Zähneputzen, Kaffeetrinken oder Mülltrennung.

Dazwischen immer wieder witzige Anekdoten, beeindruckende Versuche, zu denen Kameramann Jan vorsichtshalber Abstand hält. Jan ist in der 13. Findet den Vortrag richtig gut. „Vor allem, weil ich jetzt was verstanden habe, was die unter 15-Jährigen noch nicht verstehen konnten“. 

Über hundert Besucher, Schüler, Eltern und Interessierte sind gekommen. Für die beiden Klassen 9 des Gymnasiums ist es eine Pflichtveranstaltung. Sie sollen mit dieser Demonstration eine Entscheidungshilfe für die spätere Fächerwahl erhalten.

Martina Mutzberg, hauseigene Chemikerin, hat die Idee zu dem Vortrag und den Kontakt hergestellt. Sie freut sich über die vielen Gäste, vor allem über die, die nicht dazu „verdonnert“ wurden.  Für sein ehrenamtliches Engagement bedankt sie sich bei Dr. Gerhard Heywang. Natürlich mit Chemie.

Editha Roetger

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