CES investiert in die Zukunft und bleibt Velbert treu

Bürgermeister Dirk Lukrafka (2.v.r.) lässt sich von Geschäftsführer Richard Rackl einige Bereiche der Produktion am CES-Standort Friedrichstraße zeigen.
Bürgermeister Dirk Lukrafka (2.v.r.) lässt sich von Geschäftsführer Richard Rackl einige Bereiche der Produktion am CES-Standort Friedrichstraße zeigen.
Foto: CES
Was wir bereits wissen
175 Jahre Schließen und Sichern: CES hat sich von Massenproduktion verabschiedet und behauptet sich international mit Spezialprodukten.

Velbert..  Die Türschlösser von Reichstag und Bundeskanzleramt gehorchen der CES-Schließtechnologie aus Velbert, ebenso jene der Frauenkirche in Dresden, des ZDF-Sendezentrums, der Universität Oxford, des höchsten Gebäudes der Welt Burj Khalifa in Dubai, und auch die Tore der Grand Moschee in Oman öffnen und schließen sich zuverlässig mit Know-how aus Velbert. „CES hat einen hervorragenden Namen in der Welt“, befand Bürgermeister Dirk Lukrafka, der anlässlich des 175-jährigen Bestehens die Firmenzentrale an der oberen Friedrichstraße besuchte.

Kooperation mit Fraunhofer Institut

Carl Eduard Schulte GmbH, kurz CES, das ist eine unternehmerischer Erfolgsgeschichte mit Ausnahmestatus; im Wirbel der globalisierten Wirtschaft steht die Gruppe, in siebter Generation Familienbetrieb, auf stabilen Füßen: 430 Mitarbeiter, davon 370 in Deutschland, 28 Auszubildende bzw. Studenten, 42 Millionen Euro Umsatz.

Die Zylinderschlossfabrik wurde 1840 von Heinrich Schulte gegründet, nach seinem frühen Tod von Sohn und Namensgeber Carl Eduard 1857 übernommen. Von der Werdener Straße zogen Familie und Firma 1889 in die Oberstadt um, Vorhänge- und Möbelschlösser wurden hergestellt. Eine mächtige Dampfmaschine sorgte für Antrieb zahlreicher Stanzstationen, neben Männern arbeiteten um die Jahrhundertwende bereits zahlreiche Frauen und auch Kinder für Schultes. „Jedes Schloss ein Unikat“, betont Geschäftsführer Richard Rackl, das so genannte Schließgeheimnis befindet sich individuell und unsichtbar im standardisierten Gehäuse.

Wohldurchdachte Expansion durch Firmenzukauf kennzeichnete die folgenden Jahrzehnte, ebenso die räumliche Ausdehnung. CES beschäftigte rund 500 Mitarbeiter, als der Betrieb 1988 in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut das erste elektronische Schließsystem herstellt. „Das ist heute der Boommarkt“, sagt Rackl. In weiteren Tochterunternehmen produziert CES mechanische Schließanlagen und Qualitätsschlösser, es gibt eine Produktion in Rumänien und Vertriebsniederlassungen in mehreren Ländern.

Der Trend der Zukunft geht in Richtung Digitalisierung und Vernetzung von Schließanlagen – Massenproduktion spielt für die Velberter keine Rolle mehr. Nach Aussage des Unternehmens wurden in den vergangenen Jahren Millionenbeträge am Standort Velbert investiert. „Wir haben die Fertigungsprozesse effizienter gestaltet“, berichtet der Geschäftsführer. Kunden, die bei CES spezielle Sicherheitslösungen bestellen, werden innerhalb von zwei Tagen eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösung geliefert bekommen – Tendenz: noch kürzer. Dazu wurden die Arbeitsabläufe radikal umgestaltet: Nicht die klassische Fließbandarbeit kommt zum Einsatz, jeder Auftrag wird einem interdisziplinär arbeitenden Team übertragen, das den Job bis zur Auslieferung betreut.