CDU: Keine voreilige Entscheidung
07.01.2011 | 19:05 Uhr 2011-01-07T19:05:00+0100
Neviges.Eine zweite Gesamtschule ohne Oberstufe wird es nicht geben. So will es die Bezirksregierung Düsseldorf.
Damit stehen der Mehrheitsbeschluss und die grundsätzliche Vorentscheidung des Schulausschusses der Stadt Velbert, die Hardenberg-Hauptschule ab dem kommendem Schuljahr in eine zweite städtische Gesamtschule umzuwandeln, „unter neuen Vorzeichen“. So sagte es gestern Manfred Bolz, CDU-Fraktionsvorsitzender, auf einer Pressekonferenz.
Hintergrund dieser Konferenz waren die „anstehenden Entscheidungen im Rahmen der Sondersitzungen von Ausschüssen und Rat zur Errichtung einer vierzügigen Gesamtschule am Standort Hardenbergschule“, so die Christdemokraten.
Auf den Prüfstand
Nach Willen und Diktion der Bezirksregierung muss eine Gesamtschule in der Sekundarstufe I – also in den Klassen fünf bis zehn – Vierzügigkeit gewährleisten. Doch muss ebenfalls eine Oberstufe, Sekundarstufe II – Klassen 11 bis 13 –, in erreichbarer Nähe vorgehalten werden können. „Da käme nur das Gebäude der Heinrich-Kölver-Realschule in Tönisheide infrage“, so Bolz. Und weiter: „So eine Entscheidung können wir unmöglich übers Knie brechen. Da hängt viel zu viel dran.“
Der Fraktionsvorsitzende betonte gegenüber der Presse: „Ich will deutlich machen, wir sagen durchaus Ja zu einer zweiten städtischen Gesamtschule. Aber die Bedingungen müssen stimmen.“ Und: „Wir haben jetzt schulpolitische Entscheidungen für mindestens das nächste Jahrzehnt zu treffen. Das kann nicht voreilig geschehen.“ Die gesamte Schullandschaft der Stadt, ja sogar der Region, müsse genau untersucht und analysiert werden – auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung. Auswirkungen auf andere Schulen, die ebenfalls eine Sekundarstufe anbieten, gehörten auf den Prüfstand, so die CDU. Standorte müssten überprüft werden, meint Bolz, auch im Hinblick auf das Gebäude des Langenberger Gymnasiums. Diese Schüler müssten ja dann nach Velbert-Mitte wechseln. Würde am Standort Hardenbergschule festgehalten, müsste die Kölver-Schule zwangsläufig auslaufen. Bolz fragt weiter: „Sind wir unter diesen neuen Vorzeichen wirklich sicher, dass Neviges überhaupt der richtige Standort für eine zweite städtische Gesamtschule ist?“
Im Februar finden die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen statt. Bolz: „Die müssen wir auf jeden Fall abwarten.“ Zudem seien ja die Empfehlungen der Grundschulen abgeschafft worden, es zähle wieder der Elternwille. Und auch der sollte abgewartet und berücksichtigt werden.
Unter all diesen „noch völlig unklaren Bedingungen können wir übernächste Woche keine Entscheidung treffen, die so weitreichend wäre. Auch sollte die zweite Gesamtschule nicht schon 2011/2012 an den Start gehen, sondern frühestens ein Jahr später“, so die CDU-Meinung.
22:43
Die 3. Gesamtschule ist ja durchaus in Ordnung und soll gar nicht verhindert werden. Es ist nur eine extreme und falsche Idee dafür kurzfristig eine gut funktionierende Realschule zu schliessen bzw. auslaufen zu lassen. Und das - wenn man von heutigen Fakten zu Zeiträumen ausgeht - ohne das aktuelle Schüler der 5. und 6. Klasse ihren Abschluß an ihrer HKR machen können.
Das Problem ist doch zumindest mittelfristig nicht die Co-Existenz von HKR und der neuen GE, sondern die von der Bezirksregierung so überraschend erklärte Notwendigkeit einer Sekundarstufe II als Bedingung für die Einrichtung der GE.
Diese für alle beteiligten Entscheider neue Information muss eindeutig Berücksichtigung am 18.1. finden, entweder durch Streichung des Tagesordungspunktes Schließung HKS (SPD Position) oder durch Aufschub der Entscheidung zur Konsensfindung (CDU Position).
Nach obigem Kommentar der Linken muß ich annehmen, dass sie den Elternwillen in Wirklichkeit nicht respektieren, denn
1. es ist anzunehmen, dass die überwiegende Zahl jener Eltern, die ihre Kinder nicht an der städtischen Gesamtschule unterbringen konnten nun nicht dafür stimmen würden, die HK Realschule Platt zu machen. Diese und zukünftige Eltern würden für eine weitere GE stimmen, aber nicht gegen die HKR. Dem Miteinander/Nebeneinander beider Schulen sollte eine Chance gegeben werden.
2. es ist zu bedenken, dass tatsächlich viele Eltern glauben, dass mit dem Besuch der GE das Abitur quasi automatisch möglich wird. Dass dieser dadurch entstehende Elternwille sein Kind auf die GE zu schicken als fragwürdig beurteilt werden kann, liegt auf der Hand. Diesem Elternwillen zu folgen ist fahrlässig.
3. der Wille der einigen hundert Schüler und Eltern der HKR sowie der Wirtschaft scheint die Linke zu ignorieren.
Also: am 18.1. darf keine Entscheidung getroffen werden, der die HKR gefährdert. GE ja, Schliessung HKR nein!!!
Auf zur Demo am 17.1. und 18.1. um 16:00 am Rathaus!!
22:29
Hallo Zusammen. Bin Schülerin der 10. Klasse der HKS und bitte Euch, an den Demonstrationen teilzunehmen - falls Zeit vorhanden und ihr dafür seid, dass die Realschule Tönisheide bleibt.
Sie finden am 17. und 18.01. um 16.00 Uhr vor dem Velberter Rathaus statt.
Mehr auf: koelverschule.de
22:32
Hier die Stellungnahme der Fraktion DIE LINKE. zu den Äußerungen der CDU:
Gut, dass wir darüber gesprochen haben
Und das nicht nur einmal. Jahr um Jahr war der Mangel an Gesamtschulplätzen Thema in Velbert. 200 Plätze zuwenig - gerechnet auf die Bevölkerungszahl ein Rekord. Und ebensolange gab es in Neviges keine Möglichkeit, vor Ort Abitur zu machen. Die Hauptschule in Neviges läuft aus - entweder ersatzlos, aus Schülermangel, oder umgewandelt in eine Gesamtschule. Dann gibt es am Ort nur noch eine einzige weiterführende Schule - die Heinrich Klöver Realschule.
Zudem ist Neviges verkehrstechnisch hervorragend gelegen - mit eigenem Busbahnhof und Bahnhof. Schüler aus dem Umland, Langenberg z.B., wo es ebenfalls keine Gesamtschule gibt, könnten hier mit beschult werden. Inwiefern also können Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung entstehen, hier eine Gesamtschule zu gründen? Die Gesamtschule ist grade für den Standort Neviges dringend notwendig!
Und inwiefern ändert die Mitteilung der Bezirksregierung, dass die Gesamtschule mit Oberstufe gegründet werden muss, die Situation? DIE LINKE. hat von Anfang an gefordert, hier eine vollwertige Gesamtschule mit eigener Oberstufe einzurichten. Alles andere wäre halbherzig, zumal auch im Oberstufenbereich ein Mangel an Gesamtschulplätzen herrscht. Platz für einen entsprechenden Anbau wäre auf dem Gelände der Hardenbergschule selbst, so dass auch die Schließung der Realschule nicht notwendig ist.
Wenn die CDU jetzt nach Jahren der Debatten und nach einem Prüfverfahren, das sich dank immer neuen Vertagungen und Weiterverweisungen schon seit dem 16.3.2010 hinzieht, vorschlägt, nochmals ein weiteres Jahr zu prüfen und gar selbst die Schließung eines Gymnasiums ins Gespräch bringt, dann ist dies nur zu verstehen als Teil einer Hinhaltetaktik, die den Elternwillen ignoriert und die Einrichtung ausreichender Gesamtschulkapazitäten bis zum St. Nimmerleinstag aufschieben soll.
Wir hoffen, dass sich der Rat von solchen Einwürfen nicht irre machen lassen wird. Die neue Gesamtschule muss kommen, auch ohne Einverständnis der CDU.
21:23
Gäbe es denn keine Alternative zum HKS Gebäude? Die ausgezeichnet gut funitionierende Realschule darf hier nicht der Bedingung für die Genehmigung einer Gesamtschule geopfert werden.
Unter dieser Bedingung muß die - übrigens 3. Gesamtschule, wenn auch nicht städtisch - tatsächlich verhindert werden.
Könnte nicht ein Anbau an die bestehende Hauptschule den nötigen Platz für die Sekundarstufe II der neuen Gesamtschule ermöglichen?
17:33
Hier sieht mensch wieder, dass die CDU die zweite öffentliche Gesamtschule doch noch verhindern will. Warum sagt Herr Bolz, es käme nur die HKR in Frage?