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Café Intakt hat seinen Platz

13.09.2012 | 18:24 Uhr
Café Intakt hat seinen Platz
Jörn Dreißigacker (re.) hat 2008 die Leitung der Einrichtung übernommen.Foto: Uwe Möller

Velbert.  Etablierte Anlaufstelle für Drogenabhängige und Alkoholkranke wurde vor 20 Jahren ins Leben gerufen. Am Freitag Ausstellung und Feier an der Nevigeser Straße

Seit mittlerweile 20 Jahren ist das Café Intakt eine erste Anlaufstelle für Menschen, die aufgrund ihrer Alkohol- und Drogenabhängigkeit ihr Leben alleine nicht mehr gemeistert bekommen. Hier können sie unverbindlich vorbeikommen, eine der vier Selbsthilfegruppen (drei für Alkoholkranke, eine für Konsumenten illegaler Drogen) besuchen und Gespräche mit Partnern führen, die ihnen bei ihren Problemen weiterhelfen können.

„Die Keimzelle zur Idee einer solchen Anlaufstelle wie der unseren ist eigentlich in der Langenberger Fachklinik entstanden“, weiß Café-Intakt-Leiter Jörn Dreißigacker zu berichten, „damals standen die Leute nach einem Entzug oder einer Therapie plötzlich wieder auf der Straße und liefen Gefahr, durch fehlende Angebote wieder in den Suchtkreislauf zu geraten.“

Franz Braß war ein Glücksfall

Ein ehemaliger Krankenpfleger der Klinik, Franz Braß, selbst einige Jahre alkoholabhängig, wurde erster Leiter des Café Intakt, damals noch am Danziger Platz. Ein Experte, der eigene Erfahrung mit theoretischem Wissen gepaart zu bieten hatte. So sagte Anton Schlösser, der ehemalige Leiter der Langenberger Klinik über ihn: „Der Mann war ein Glücksfall.“

Im Laufe der Jahre wurde es immer enger in der in einem Untergeschoss angesiedelten Einrichtung. „Das Gebäude war nicht nur Anlaufpunkt, sondern wurde ab 1994 um einen Streetworker ergänzt, der die Klienten an einschlägigen Plätzen der Stadt zum Gespräch einlud. „Durch eine Kontraktvereinbarung mit dem Kreis Mettmann stehen seit 2003 zumindest diese beiden Angebote auf einer sicheren finanziellen Basis“, so Dreißigacker.

1995 kam mit der ambulanten Betreuung ein weiteres Angebot in Richtung selbstständiges Leben für suchtkranke Menschen hinzu. „Ein bis dreimal in der Woche werden sie seither in ihren eigenen Wohnungen durch Mitarbeiter betreut“, erläutert Dreißigacker. „Sie erfahren Unterstützung in alltäglichen Dingen wie den Umgang mit Ämtern, Schulden oder beim Stellen von Anträgen.“ Das wohnortbezogene Angebot wurde 1997 noch um eine psychosoziale Begleitbetreuung für Menschen, die mit einer Drogenersatztherapie (Methadon) ihre Heroinabhängigkeit in den Griff bekommen wollen, ergänzt.

Das sich stetig vergrößernde Angebot, der steigende Bekanntheitsgrad des Cafés und die wachsende Zahl der Mitarbeiter führte 2007 nach einer langen Standortsuche und Renovierungsphase zum Umzug an den heutigen Standort an der Nevigeser Str. 3. „Im selben Jahr verstarb auch Franz Braß nach schwerer Krankheit und konnte so leider die Früchte seiner Arbeit nicht mehr ernten“, bedauert sein Nachfolger, der seit 2008 die Verantwortung für die Geschicke des Hauses übernommen hat.

Bei der großen Jubiläumsfeier am heutigen 14. September zwischen 14 und 18 Uhr wird eine Geschichtswand mit Fotos und Zeitungsartikeln noch einmal Gelegenheit bieten, auf die Vergangenheit des Cafés zurückzublicken, das pro Jahr etwa 8000 mal von Klienten besucht wird. „Außerdem werden in einer Art Podiumsdiskussion Wegbegleiter der Einrichtung in Anekdoten und Geschichten von früher berichten, sowie Betroffene davon erzählen, wie das Café Intakt ihr Leben beeinflusst hat.

Für kulinarische Genüsse wird ein kostenloses Buffet der Schwesterneinrichtung „Café Okay“ aus Wuppertal sorgen. Das Unterhaltungsprogramm bestreiten eine Rockband und das Velberter Tanztheater Metamorphosis.

Birgit Hölker-Schüttler



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