Bus fährt Linie – aber nur werktags

Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
An den Wochenenden wird der Busverkehr zwischen Nierenhof und Essen-Kupferdreh ab dem Sommerfahrplan eingestellt. Und: Ein anderes Unternehmen übernimmt diese Buslinie.

Nierenhof..  Die gute Nachricht zuerst: Zwischen Nierenhof und Essen-Kupferdreh wird es ab Umstellung auf den Sommerfahrplan wieder eine feste Linienbusverbindung statt des Taxibusses „T 176“ geben. Die schlechte Nachricht gleich hinterher: Die Busse werden künftig nur noch werktags zwischen 6 und 18 Uhr im Stundentakt verkehren – am Wochenende wird der Fahrbetrieb komplett eingestellt.

Das wird die Verwaltung den Politikern des Langenberger Bezirksausschusses in ihrer heutigen Sitzung ab 17 Uhr im Schulungsraum der Feuerwache (Voßkuhlstraße 36) im Detail erläutern. Danach ist vorgesehen, die Kosten, die Essen, Velbert und Hattingen bzw. ihren Verkehrsbetrieben Essener Verkehrs-AG (EVAG), Verkehrsbetriebe Ennepe-Ruhr (VER) und Verkehrsgesellschaft der Stadt Velbert (VGV) jährlich auf dieser Buslinie entstehen, durch die Umstellung von Taxibus auf Linienverkehr und das Streichen der Wochenendfahrten von 100 000 auf 60 000 Euro zu senken.

Kosten: 75 Euro pro Fahrgast

„An Werktagen nach 18 Uhr sowie an den Wochenenden wurden nur sehr vereinzelt Fahrten nachgefragt“, heißt es in der Verwaltungsvorlage, der die Auswertung der Fahrgastzahlen für die Monate Dezember bis März zugrunde lägen. Und die Verwaltung rechnet vor: „Aufgrund der (...) Vorhaltekosten für die potenziellen Fahrtgestaltung führt dies zu Beförderungskosten von etwa 75 Euro pro Fahrgast bezogen auf Schwachverkehrszeiten und Wochenenden.“

EVAG ließ Linie neu ausschreiben

Für Enttäuschung an Nierenhofs Wodanstraße sorgt, was nicht in der Verwaltungsvorlage steht: Das Busunternehmen Klingenfuß, das die Strecke seit Jahresbeginn mit dem Taxibus bediente, hat nach einer neuerlichen Ausschreibung der Linie durch die EVAG den Zuschlag nicht wieder erhalten.

100 Fahrgäste mehr im Taxibus

„Das ist für uns natürlich sehr enttäuschend – und schade, wo wir so viel aufgebaut haben“, erklärten Gerda Klingenfuß und Tochter Andrea Schulz unisono. Schließlich habe man nicht nur eine gut funktionierende Taxibuslinie mit telefonischer Fahrtenbestellung organisiert, sondern auch die Fahrgastzahlen deutlich gesteigert. Andrea Schulz: „Im Januar haben wir mit 323 Fahrgästen angefangen, nach kontinuierlicher Steigerung waren es im April 425.“

Verkehrsbetriebe hüllen sich in Schweigen

Welches Unternehmen künftig die Fahrgäste zwischen Nierenhof und Kupferdreh hin- und herfahren wird, darüber hüllen sich Städte und Verkehrsbetriebe noch in Schweigen. Eine der WAZ vorliegende Information, den Zuschlag habe ein Essener Busunternehmen erhalten, wurde nicht bestätigt: Noch seien die Verträge nicht unterschrieben, so die EVAG.