Bummel über eine nicht alltägliche Baustelle

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Was wir bereits wissen
Im Rahmen ihres Sommerprogramms lud die SPD zur Besichtigung des Bürgerhauses ein. Zwei Gruppen nutzten die Gelegenheit – und staunten nicht schlecht über den Fortgang der Sanierungsarbeiten

Langenberg..  „Mit dieser Anzahl interessierter Bürger hatte ich wirklich bei der augenblicklichen Hitze nicht gerechnet,“ freute sich Shamail Arshad. Im Rahmen des SPD-Sommerprogramms organisierte der Langenberger Ratsherr zwei Führungen durchs Bürgerhaus, um interessierte Bürger durch Projektleiter Björn Dröscher über den Stand der Renovierungsarbeiten zu informieren. Diese Gelegenheit nutzte auch Bürgermeister Dirk Lukrafka, der sich als Chef des Kultur- und Veranstaltungsbetrieb Velbert über den Sachstand kundig machen wollte.

„Geheizt haben wir allerdings nicht“, scherzte Dröscher, als er seinen Gästen den Seiteneingang öffnete, der früher in die Bürgerhaus- Gaststätte führte. Hingen vor einem Jahr noch meterlange Kabel von Wänden und Decke, überrascht nun ein nahezu geordneter Raum, der bald für die Caterer als Lieferarteneingang dienen soll. Die Wände sind bereits vorgestrichen. Nur der Fußboden ist noch in der Rohausführung, wie auch in den anderen Räumen und Sälen.

„Durch diesen Eingang kommen auch Rollstuhlfahrer ins Bürgerhaus,“ erläutert Dröscher, dass inzwischen das gesamte Gebäude „barrierefrei“ ist. Lifte, Rampen und Aufzüge sind für Behinderte eingebaut, was vor 100 Jahren natürlich noch nicht vorgesehen war. Weiter geht es ins kleine, ebenfalls fast fertiggestellte Foyer über die Treppe, die ins große, imposante Eingangsfoyer führt. Die Säulen sind von ihrer Schutzverkleidung befreit und präsentieren sich ebenfalls wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit. Unsichtbar dagegen die Sprinkleranlage, die dort eingebaut wurde. Demnächst wird ein Tank mit 6000 Litern Wasser für sie vorgehalten.

460 Sitzplätze im Parkett

Überhaupt: Erhebliche Mittel wurden in Brandschutz und Technik investiert. Und in den großen Saal. Dort hängt der riesige, 380 Kilo schwere eiserne Ringleuchter, allerdings noch verhüllt an der frisch renovierten Rabitzdecke. 460 Sitzplätze werden demnächst im Parkett zur Verfügung stehen. Auch die Bühne inklusive Vorbühne, deren Hydraulik vor einer Woche eingebaut wurde, ist nahezu fertig.

„Was ist mir der Orgel?“, will Besucher Heinz Seibert wissen. Auch die wird wieder im alten Glanz erstrahlen. Neu sind dagegen die neun Deckenhalterungen über Saal und Bühne, die modernste Medien- und Bühnentechnik tragen sollen.

Keine Ballspiele im Gymnastiksaal

Multifunktionale Medientechnik auch im kleinen Saal, mit seiner imposanten Kassettendecke. Hell und freundlich die Wandfarben, auch im Gymnastikraum, bei dem noch der Estrich über der neuen Fußbodenheizung aufgebracht werden muss. „Außer den Gymnastikbällen sind Ballspiele aufgrund der Wände nicht möglich“, bedauert Handballer Dröscher, der die Flexibilität und die gute Kooperation der mitarbeitenden Firmen hervorhebt.

Mit der Besichtigung des Säulenganges, in dem die Ausstellung der Grundsteinkisten vorgesehen ist, endet dann der überaus informative Rundgang. Der Verein Kunsthaus Langenberg soll hier auf 85 Quadratmetern die Präsentation vornehmen. Für die 200 000 Euro, die der Umbau dazu kosten soll, hat die Bezirksregierung bereits eine 80-prozentige Förderung zugesagt (die WAZ berichtete).

Veranstaltungstests am Jahresende

Ende des Jahres schon starten die ersten Veranstaltungstests. Die offizielle Einweihungsfeier soll dann im Januar 2016 im wahrsten Sinne des Wortes „über die Bühne gehen“.