Bürgermeister kickt bei Nachtturnier gegen Jugendliche

Gespannt verfolgten die Zuschaue die drei Spiele in der Sporthalle Waldschlösschen.
Gespannt verfolgten die Zuschaue die drei Spiele in der Sporthalle Waldschlösschen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Rund 20 Jugendliche und Studierende des Berufskollegs Bleibergquelle spielten beim Nachtturnier gegen Vertreter aus Politik, Bildung und Verwaltung.

Neviges..  Die einen pfeifen, andere klatschen. Die Stimmung brodelt am späten Abend gegen 22 Uhr in der Sporthalle Waldschlösschen. Und dann tauschen Bürgermeister Dirk Lukrafka und Michael Kirch, Filialleiter der Sparda Bank Velbert, auch noch ihre Sakkos gegen T-Shirts. Spielen die jetzt etwas Fußball? Klar, und wie: Beim Prominenten-Nachtturnier gaben alle alles – auch die Jugendlichen der gegnerischen Mannschaft.

Doch von vorne. Um Gewalt- und Drogenmissbrauch vorzubeugen, haben Studierende des Berufskollegs Bleibergquelle im Oktober letzten Jahres das Projekt „Nachtsport“ ins Leben gerufen. In Kooperation mit dem Stadtsportbund und der Stadt Velbert werden jeden Freitag ab 22 Uhr einige Sporthallen geöffnet, um Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten. Mit Erfolg. „Um der Sache noch eine besondere Bedeutung zu geben, haben wir das Turnier heute angestoßen“, berichtet Christine Kielbassa, Sekretärin des Berufskollegs Bleibergquelle. So können Kooperationspartner und Sponsoren das Angebot einmal live miterleben.

Sport zu später Stunde ist beliebt

Und da bloßes Zuschauen ja langweilig wäre, stellt sich die Velberter Prominenz aus Politik, Bildung und Verwaltung sowie einige Lehrer und der Schulleiter des Berufskollegs Bleibergquelle einer Horde von etwa 25 Jugendlichen, die ihren Gegnern zeigen wollen, wo der Fußballhammer hängt. Mit einem schrillen Pfiff beginnt das erste Spiel. „Natürlich ist es ein besonderer Ansporn, wenn Prominente dabei sind“, findet Marcel (20), der mit seinen Freunden aus dem Jugendzentrum Lessingstraße regelmäßig zum Nachtsport kommt. Aber auch ohne ein außergewöhnliches Turnier gefalle ihm das Projekt: „Man hat schließlich nicht jeden Tag die Chance, Fußball in der Halle zu spielen.“

Und dass die Jugendlichen darin mittlerweile fit sind, stellen sie schnell unter Beweis. Von ihren Freunden am Spielfeldrand angefeuert, machen sie ihren Gegnern das Fußballleben schwer. Auch Kim Baumann und Sonja Vöckel, beide 23 und Studentinnen am Berufskolleg Bleibergquelle, fiebern mit. Sie und ihre Kommilitonen betreuen die Jugendlichen abends in der Halle, wärmen sich mit ihnen auf, sorgen für Getränke.

Dass die Kooperationspartner heute zu einem Turnier vorbei gekommen sind, finden die beiden Studentinnen richtig gut. „Es ist schön, dass die Jugendlichen sehen können, wer sie unterstützt“, meinen sie. „Außerdem zeigt sich dadurch, dass die Sponsoren uns nicht einfach nur Geld geben, sondern sich wirklich für das Projekt interessieren.“

Insgesamt drei Spiele haben sich die beiden Mannschaften geliefert. Das 1. Spiel gewannen die Jugendlichen 3:2, das 2. Spiel konnte die Prominenz mit 2:0 für sich entscheiden, beim letzten Spiel machten die Jungs alles klar: Nach Elfmeterschießen gewannen sie 7:3.