Buch räumt auf mit Märchen über die moderne Superfrau

Freuen sich auf eine anregende Diskussion am 16. Juni in der Stadtteilbibliothek Elberfelder Straße: Die Vorsitzende des Vereins „Frauen helfen Frauen“ Marina Lucyga (l.) und Ulrike Motte, Leiterin der Stadtbibliothek.
Freuen sich auf eine anregende Diskussion am 16. Juni in der Stadtteilbibliothek Elberfelder Straße: Die Vorsitzende des Vereins „Frauen helfen Frauen“ Marina Lucyga (l.) und Ulrike Motte, Leiterin der Stadtbibliothek.
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Was wir bereits wissen
Familie und Beruf sind für Frauen nicht vereinbar, so lautet die These in dem Buch „Die Alles ist möglich-Lüge“. Am 16. Juni kommt Mitautorin Susanne Garsoffky in die Stadtteilbibliothek Neviges.

Neviges..  Liebevolle Mutter, perfekte Ehefrau, und ganz nebenbei steht Frau natürlich im Job ihren Mann. Sieht so die Realität aus? Ist es wirklich machbar, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, ohne dass ein Teil leidet, im Zweifelsfall die Frau selbst? Die Autorinnen Susanne Garsoffky und Britta Sembach sagen klar: Nein. „Die Alles ist möglich-Lüge. Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind“ lautet der provokante Titel ihres Buches, das sie am 16. Juni in der Stadtteilbücherei Elberfelder Straße vorstellen.

Natürlich mit Gelegenheit zur anschließenden Diskussion. Denn dass in dem Thema reichlich Zündstoff steckt, zeige schon eine erste Reaktion von Frauen auf das Ankündigungs-Plakat, weiß Ulrike Motte, Leiterin der Stadtbücherei Velbert: „Einige Frauen sagten: Was soll das denn? Sollen wir jetzt etwa zurück an den Herd oder was?“ Die Stadtbücherei ist Mitveranstalter des „Frauen-Forums“, in dem regelmäßig frauenspezifische Themen aufgegriffen werden.

Zu den Kooperationspartnern gehört auch der Verein „Frauen helfen Frauen“, dessen Vorsitzende Marina Lucyga sich jetzt schon auf einen informativen und anregenden Abend freut: „Das Buch räumt auch auf mit dem gängigen Satz: Ach, das ist doch alles nur eine Sache der Organisation.“ Die Erfahrung zeige etwas anderes, so Marina Lucyga: „Die Frauen organisieren sich platt. Und irgendjemand kommt trotzdem zu kurz.“

Zumal, so wirft Ulrike Motte ein, es nicht nur um die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf gehe. Ein wichtiges Thema werde nämlich gerne vergessen: „Auch Eltern und Schwiegereltern werden älter.“ Das Buch „Die Alles ist möglich-Lüge“ sei gerade kein Ratgeber, wie man den Spagat zwischen Beruf und Familie lässig wuppt, sondern zeige den Frauen, dass sie mit ihren Gefühlen und Befindlichkeiten nicht allein dastehen. „Es ist entlastend, schwarz auf weiß zu sehen“, so Ulrike Motte, dass auch andere mit diesem schlechten Gewissen leben.“ Das schlechte Gewissen gegenüber dem Partner, den Kindern, auch gegenüber dem Arbeitgeber. Eines der fünf Kapitel, aus denen Mit-Autorin Susanne Garsoffky referiert, heißt übrigens: „Der neue Mann tut was er kann.“ Mehr gibt es am 16. Juni zu hören.