BRW saniert Abwasserschächte in Velbert

Geschafft! Das „Herzstück“ sitzt. An dem Schachtbauwerk in der Saturnstraße haben die Arbeiter der vom BRW beauftragten Tiefbaufirma an diesem Montag die neue, speziell konstruierte Zulaufführung in Position gebracht und montiert.
Geschafft! Das „Herzstück“ sitzt. An dem Schachtbauwerk in der Saturnstraße haben die Arbeiter der vom BRW beauftragten Tiefbaufirma an diesem Montag die neue, speziell konstruierte Zulaufführung in Position gebracht und montiert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In der Saturnstraße in Velbert ist die neue „Bremse“ fürs Wasser so gut wie fertig. Alte Einbauten waren nach 20 Jahren marode und erneuerungsbedürftig. 28 Meter geht es in die Tiefe bis in den Staukanal.

Velbert..  Für Tiefbauarbeiten typisch sind eigentlich zwei Aspekte: Den Aufwand, der dabei betrieben wird, sieht kaum jemand; und die Investitionen, die getätigt werden, verschwinden unter der Erde. Das gilt auch für die beiden nahezu identischen Baustellen des Bergisch-Rheinischen Wasserverbandes (BRW) südlich der Bebauung Gerhart-Hauptmann-Straße und in der Saturnstraße, wo für insgesamt rund 300 000 Euro jeweils das Innenleben voluminöser Abwasserschächte saniert wird. Wobei übrigens die Baustelle im Planetenviertel vom Ablauf her deutlich die Nase vorn hat und wohl schon zum Monatsende abgeschlossen wird.

Dort war jetzt die Montage des „Herzstücks“, wie Dipl.-Ing. Jürgen Trojand das knapp eine Tonne wiegende „seitlich angeströmte Zulaufgerinne“ nennt, an der Reihe. Oder anders ausgedrückt: Eine aus Edelstahl auf Maß gearbeitete und zusammengeschweißte Zulauf-Führung. Sie sorgt aufgrund ihrer speziellen Konstruktion dafür, dass das Wasser – das sind hier in der Saturnstraße je nach Witterung zwischen 50 und 180 Kubikmeter pro Stunde – einen ordentlichen Drall erhält und in einem exakt berechneten Winkel strömt.

Montage von einem Mannkorb aus

Hierdurch stürzt das Nass in dem Fallrohr, das einen Querschnitt von 60 Zentimetern hat, nicht einfach die ganzen 28 Meter tief nach unten in den dortigen Staukanal „Sonnenblume“, sondern es fließt merklich verlangsamt und spiralförmig an dessen Innenwandung hinunter.

Die Montagearbeiten erfolgen mitunter nur von einem „Mannkorb“ aus, der an einem langen Drahtseil bzw. an einem Bagger hängt. „Es ist schon eine extreme Baustelle“, erklärt der BRW-Projektleiter beim Ortstermin mit der WAZ am Schachtbauwerk Saturnstraße, „wegen der hohen Anforderungen an die Arbeitssicherheit.“

Bislang bremsten in dem ganze drei Meter im Durchmesser großen Schacht so genannte Kaskaden die ankommenden Fluten. Jürgen Trojand vergleicht bzw. veranschaulicht diese Einbauten mit einer Kugelbahn, wie es sie als Kinder-Spielzeug gibt. Diese Konstruktion habe gute 20 Jahre auf dem Buckel gehabt, sei mittlerweile stark marode und deshalb erneuerungsbedürftig gewesen. „Man sollte die Gewalt von Wasser nie unterschätzen“, sagt der BRW-Fachmann. Das setze auf Dauer auch wirklich hochwertigen und widerstandsfähigen Materialien nachhaltig zu.

Der bereits erwähnte, 400 Meter lange Staukanal ist im Grunde so etwas wie ein unterirdisches Regenrückhaltebecken und dient aufgrund seiner Aufnahmekapazität – er hat einen Durchmesser von annähernd zweieinhalb Metern – quasi als Zwischenpuffer, wenn die Wassermengen für die Kanalisation allzu riesig werden.

Das Abwasser aus dem südwestlichen Stadtgebiet wird eine ganze Ecke weiter weg im BRW-Klärwerk Angertal in Heiligenhaus-Hofermühle gereinigt. Dieses so genannte Mischwasser aus Regen und Schmutzwasser wird erst in dem Staukanal zusammengeführt und durch Kanäle mit natürlichem Gefälle zu dem Klärwerk geleitet.