Brandschutz hat bei der Stadt Velbert immer Vorrang

Der Umbau des Jugendzentrums an der Höferstraße wird kräftig gefördert. Velbert muss dafür lediglich 20 Prozent schultern.
Der Umbau des Jugendzentrums an der Höferstraße wird kräftig gefördert. Velbert muss dafür lediglich 20 Prozent schultern.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Fachbereich investiert in diesem Jahr 6,3 Millionen Euro in städtische Immobilien. Sauerwein: Sanierungsstau gehört der Vergangenheit an. Vorhabenplan reicht bis 2018. Malerarbeiten rangieren weit hinten.

Velbert..  Von einem wirklichen Investitions- bzw. Sanierungsstau könne keine Rede mehr sein. „Den Punkt haben wir hinter uns“, betont Andreas Sauerwein. „Wir beseitigen jetzt Mängel nach klaren Prioritäten, das hängt vor allem an technischen Fragen“, erklärt der Leiter des Fachbereichs Immobilienservice. Der hat ca. 150 städtische Liegenschaften unter seinen Fittichen – und er hat mit ihnen so einiges vor.

Details stehen im Vorhabenplan 2015 bis 2018, den der Haupt- und Finanzausschuss jetzt abgesegnet hat. Laut Finanzplan werden heuer 6,3 und im nächsten Jahr 9,1 Millionen Euro bewegt.

Die Ausgaben kommen Schulen in allen drei Bezirken, Kitas, dem Kinderheim Brangenberg, Verwaltungsgebäuden und dem Sport zugute; ein dicker Brocken ist mit mehr als zwei Millionen Euro der Umbau des Jugendzentrums Höferstraße zu einem Veranstaltungshaus. Das Vorhaben wird jedoch zu 80 Prozent aus dem Programm „Stadtumbau West“ gefördert.

Neues Wohnheim für Asylbewerber

„Es gelingt uns, trotz schwieriger Haushaltslage für notwendige Dinge Mittel zur Verfügung zu stellen“, sagt Sauerwein. Dabei habe man die Dinge im Fokus, die für den Betrieb wirklich wichtig seien. „Top-Priorität“, so der Bau-Ingenieur und Chef von 30 Mitarbeitern, habe aufgrund der gesetzlichen Vorgaben der Brandschutz. „Das ist der rote Faden in unserem Vorhabenplan.“ Allerdings, stellt er umgehend klar, sei kein einziges Gebäude in seinem Zuständigkeitsbereich unter Brandschutz-Aspekten in einem derart bedenklichen Zustand, dass es eigentlich nicht mehr betrieben werden dürfte.

Die Rangfolge führt dazu, dass Malerarbeiten weit hinten rangieren. „Ich weiß aber, dass das nicht unbedeutend ist. Schließlich zählt ja wirklich oft der erste Eindruck“, zeigt Sauerwein Verständnis für entsprechende Wünsche. Deshalb versuche man stets, im „Schlepptau“ von notwendigen Maßnahmen noch weitergehende Verbesserungen zu erzielen, die etwa auch der Optik zugute kommen.

Das aufwändigste Projekt im Vorhabenplan – in der Vorlage noch mit 3,6 Millionen Euro beziffert – ist wegen des aktuell verstärkten Zustroms Hilfesuchender der Bau eines neuen Übergangswohnheims für Asylbewerber. Es soll laut Verwaltung wohl „um die 100 Plätze“ für die allererste Stufe der Unterbringung bieten. „Vielleicht für ein paar Wochen“, meint der Fachbereichschef zur „möglichst kurzen“ Verweildauer und erzählt, dass man „händeringend“ nach vernünftigen Lösungen sowie einem Standort suche. Der müsse erschlossen, verfügbar und genehmigungsfähig sein. Im Gespräch ist z. B. eine mehrgeschossige Container-Lösung. Die genannte Summe, das sei mittlerweile klar, werde man allerdings „deutlich deutlich“ unterschreiten: „So viel Geld brauchen wir dafür bei weitem nicht!“