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Brahms und Beatles

07.06.2011 | 14:01 Uhr
Brahms und Beatles
Frauke Hoppe und der im Halbrund aufgebaute Chor „Recanto“. Alle 14 Tage wird in der Aula der Realschule intensiv geprobt. Foto: Uwe Möller

Velbert.Was wird aus Sängern in Kinderchören, die keine Kinder mehr sind? Was, wenn Jugendchormitglieder längst Abi oder Gesellenbrief in der Tasche haben und ihr Leben planen?

In Velbert gründete sich 2009 der gemischte Chor „Recanto“, und die aktuell 18 Sängerinnen und Sänger stammen zum großen Teil noch aus dem legendären Velberter Kinderchor und Velberter Jugendchor, dort firmierten sie zwischendurch unter dem Namen Unisono und bildeten eine eigene Abteilung. Sie erlernten die Kunst des Chorgesangs also noch von Musikern wie Rosemarie Hey und Brita Recker. Natürliche Ablöseprozesse, Emanzipationen, Aufbrüche zu neuen Ufern waren vor der „Recanto“-Gründung notwendig, die nicht immer ganz schmerzfrei vonstatten gingen, wie die Chorvorsitzende Verena Schröder einräumt. „Wir haben durch die Schule viel gelernt, sind auch zusammengewachsen – und davon profitieren wir noch heute“, sagt sie. „Jetzt schauen wir aber nach vorne und sind stolz, im Oktober vergangenen Jahres unser erstes großes Konzert auf die Beine gestellt zu haben.“

Reacnto bedeutet „Widerhall“

„Recanto“, zu Deutsch „widerhallen“, hat sich in der kurzen Zeit zu einer hochqualitativen Formation entwickelt, mit hohem Anspruch an sich selbst und an das, was auf die Bühne gebracht werden soll. „Wir singen überwiegend a cappella, also ohne stützende Begleitung, und unser Repertoire umfasst alles von Mendelssohn über Brahms bis zu den Beatles.“

Einstudiert wird in 14-tägig stattfindenden Proben in der Aula der Realschule Kastanienallee alles, was Spaß macht, doch durchaus als vierstimmige Herausforderung in Technik und Interpretation daherkommt. An solchen Samstagnachmittagen geht es dreistündig und intensiv für die Sänger zur Sache, die überwiegend aus Velbert und zwischen 18 und 45 Jahre alt sind.

Chorleiterin motiviert

„Mit Frauke Hoppe haben wir eine Chorleiterin, die unglaublich gut motiviert und uns zu großen Leistungen anspornt“, berichtet Verena Schröder. Sie verstehe es wie keine Zweite, die Vorbehalte gegenüber neuen Werken als Herausforderung zu vermitteln, die dann auch mit Bravour bestanden werden.

Angepeilt wird das nächste Konzert, das ein klassisches Programm haben soll, im nächsten Jahr. Wer jetzt einsteigen möchte bei „Recanto“, „muss kein Profi sein“, wie Verena Schröder betont, wobei Vorkenntnisse gewiss kein Hindernis sind.

Matthias Spruck

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