Blutkonserven im Kreis Mettmann sind nach den Ferien knapp

Ein Pieks, dann wird gezapft – doch nach den Osterferien sind Blutkonserven rar.
Ein Pieks, dann wird gezapft – doch nach den Osterferien sind Blutkonserven rar.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Besonders Vorräte für seltenere Negativ-Blutgruppen sind nach den Ferien geschrumpft beim Blutspendedienst West des DRK in Ratingen. Austausch mit anderen Blutspendediensten sichert Versorgung.

Velbert..  Genau für zwei, drei Tage reichen die Blutkonserven noch aus, die der Blutspendendienst West des DRK zurzeit noch auf Vorrat hat. Warum diese geringe Menge aber noch kein Grund zur Besorgnis ist, erklärt Pressesprecher Heinz Kapschak: „Wir in NRW teilen uns ja mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland noch zwei weitere Standorte; die Gesamtsituation sieht etwas entspannter aus, so dass wir im Falle eines Engpasses auch von dort Blutkonserven beziehen könnten.“

Als Grund für die aktuelle Knappheit sieht Kapschak die gerade zu Ende gegangenen Osterferien. „Wenn die Leute jetzt wieder daheim sind, werden auch die Vorräte wieder größer. Unser Ziel ist es, Vorräte für drei bis vier Tage zu haben, damit wir auch alle Krankenhäuser mit allen geforderten Blutgruppen versorgen können.“

So gelte die Knappheit nicht für alle Blutgruppen gleichermaßen. So reichten die Vorräte für A negativ noch bis zu zwei, die für AB negativ noch für 0,7, die für B negativ noch für 0,8 Tage. „Für die besonders begehrte Gruppe 0 negativ haben wir lediglich noch für einen halben Tag Vorräte.“

Programm zeigt Wirkung

Um mit der ebenfalls begehrten Blutgruppe AB negativ besser wirtschaften zu können, erhalten die Krankenhäuser der Region Nordrhein zurzeit nur 50 Prozent der sonst benötigten Menge. „Dennoch besteht keine Gefahr der Unterversorgung“, beruhigt Kapschak, „der Bedarf ist seit der Einführung des so genannten ,patient blood management’ vor einigen Jahren gesunken.“ Das Programm, das die Einsparung von Blut beispielsweise durch die Bevorzugung minimalinvasiver Eingriffe gegenüber größeren OPs vorsehe, zeige mittlerweile Wirkung.

Auch im Klinikum Niederberg sind die Blut-Vorräte zurzeit gering: „Das könnte an der Ferienzeit mit weniger Spendern liegen oder an der Grippewelle, die viele Bürger am Blutspenden gehindert hat“, mutmaßt Peter Scharmann, Transfusionsverantwortlicher des Krankenhauses. Dennoch sei die Versorgung, im Moment zumindest, gewährleistet. Er schränkt ein: „Seltene Blutgruppen werden seltener gebraucht, so dass es Zeit in Anspruch nehmen kann, diese zu besorgen. In ganz seltenen Fällen kann so ein Engpass auch mal dazu führen, dass eine Operation verschoben werden muss.“

Der Tatsache, dass Krankenhäuser weniger Blutkonserven brauchen, stellt er eine andere Entwicklung gegenüber, die in diesem Zusammenhang nicht übersehen werden dürfe: „Wir haben auch immer mehr ältere und damit oft auch kränkere Patienten, so dass sich am Blutspendenvolumen, was uns als Krankenhaus zur Verfügung steht, trotz ,patient blood management’ nicht viel geändert hat.“

Der nächste Blutspendetermin in Velbert ist übrigens heute (15. April) in der evangelischen freikirchlichen Gemeinde (Hofstraße 14) von 10.30 bis 19 Uhr.