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Blick nach vorn

09.02.2010 | 18:07 Uhr

Neviges. Die Kirchenmusik der evangelischen Gemeinde Neviges bleibt bestehen, doch wird nun improvisiert

Aufatmen in Neviges: Auch weiterhin wird in der evangelischen Gemeinde musiziert. Nach dem Ausstieg der Kantorin und Organistin Tzvetanka Spruck Ende Januar, fürchteten viele Gemeindeglieder um die Zukunft der Kirchenchöre. Die Musiker jedoch geben Entwarnung und blicken nach vorn.

"Unsere Kirchenmusik wird auch in Zukunft bestehen. Und zwar eigenständig“, ist sich Detlef Gruber, Pfarrer in Neviges, sicher. Der Rücktritt von Tzvetanka Spruck hatte im Presbyterium für Irritationen gesorgt. Die Gemeindemitglieder hoffen auf ein Weiterbestehen ihrer Chöre, befürchteten zunächst Auflösungen und Eingliederungen in andere Gemeinden. Tatsächlich hieß es für die Musizierenden erst einmal umdenken. Schließlich  müssen neue Chorleiter gesucht, organisatorische Fragen geklärt werden. Für viele Mitglieder stand dabei stets fest: Ein Ende der eigenständigen Kirchenmusik in der evangelischen Gemeinde kommt nicht in Frage. „Wir haben nicht daran gedacht  uns aufzulösen oder uns auf andere Chöre zu verteilen“, bestätigt Anneliese Iffland, Mitglied im Posaunenchor.

Gemeinsam mit ihren Bläser-Kollegen setzte sie sich deshalb unmittelbar nach dem Ausstieg der langjährigen Kantorin zusammen, überlegte, wie es weitergehen soll. Eine vorübergehende Lösung war schnell gefunden: Um die Suche nach einer neuen fachlichen Leitung der Bläser zu überbrücken, übernimmt vorerst Anneliese Iffland selbst die musikalische Leitung des Chores, Hornist Jörg Sindt kümmert sich  um Organisatorisches. „Eine neue Fachkraft ist aber schon im Gespräch“, meint Jörg Sindt zuversichtlich.

Auch der Kirchenchor der Gemeinde muss nach dem Rücktritt von Tzvetanka Spruck zunächst improvisieren: Die rund 25 Sänger proben seit Anfang Februar mit dem Pfarr-Cäcilien-Chor der katholischen Kirchengemeinde. Ohnehin stehen die beiden Gesangsgruppen in diesem Jahr gemeinsam auf der Bühne, haben zwei musikalische Großprojekte geplant. Um versäumte Stunden nachzuholen, leitet der Langenberger Kantor Peter Nowitzki zusätzlich vier Wochen lang den Chor. „Wir wollen auf jeden Fall weiter als eigenständige Gruppe bestehen“, erklärt Dr. Jürgen Marckwort, Sprecher des Kirchenchores. Bald muss deshalb eine neue Leitung gefunden werden. „Doch durch die Unterstützung des katholischen Chors haben wir  dafür erstmal Zeit“, so Marckwort.

Nicht musikalisch betroffen von den jüngsten Ereignissen in der Gemeinde sind der Singkreis „Lichtblick“ und die Jugendband „Crash“. Für die beiden Gruppen, in denen überwiegend jüngere Gemeindemitglieder musizieren, ändert sich nichts. Auch in Zukunft werden sie bei allen besondern Ereignissen dabei sein. Was aus dem Kinderchor der evangelisch-reformierten Gemeinde wird, ist jedoch noch unklar. „Wir müssen erst einmal klären, wo und ob überhaupt noch Interesse besteht“, erklärt Pfarrer Gruber, „falls sich interessierte Eltern und Kinder finden, werden wir eine neue Chorleitung suchen.“

So wie in der bisherigen Form wird es in der evangelischen Gemeinde keinen Kantorenposten mehr geben. „Wir müssen sparen“, sagt Gruber. Dies bedeute jedoch keine Entscheidung gegen die Krichenmusik: „Wir werden die Chöre erhalten“, versichert er, „nur mit anderen Mitteln.“

Jennifer Sauer

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