Bittersüße Überraschung
15.12.2008 | 17:00 Uhr 2008-12-15T17:00:00+0100
Die Velberter „The Sweet”-Coverband hat Post von ihren Vorbildern erhalten – allerdings keine Glückwunschkarte, sondern eine Klage. Den Namen „Sweed” haben sie abgelegt und warten auf das offizielle O.K. für „Fanny Adams”.
Bei dem Begriff Glam-Rock-Ära denkt jeder sofort an die Band The Sweet. Jahrelang haben sich auch die Jungs einer Velberter Tribute-Band dem Sound ihrer Vorbilder verschrieben und sich so auch über die Grenzen der Region hinaus einen Namen gemacht. Denn die Bühnenshow ist eine echte Glam-Inszenierung. Sänger Lemmy mit selbstgemachten Plateauschuhen, silberner, offener Jacke, Perücke und originalgetreuer Brian-Connolly-Mimik hat mitsamt der anderen Bandmitglieder auch Skeptiker des Coversounds zu rockenden Fans in der ersten Reihe werden lassen.
Forumskonzert im Jake's
Im Sweet-Forum wird die Velberter Band geschätzt und gefeiert. So kam es, dass in der Kneipe Jake's im Oktober diesen Jahres ein Forumskonzert organisiert wurde. Etliche Fans reisten aus ganz Deutschland an, um die Band, damals noch mit dem Namen „Sweed”, live zu erleben. Folgeauftritte in bekannten Clubs folgten. Doch die Freude über die stetig wachsende Fangemeinde währte nicht lange. Denn die Band bekam Post: vom Gitarristen der Band The Sweet, Andy Scott, persönlich. Glückwunsche waren es jedoch nicht – sondern eine Klage vom Anwalt der Band. Grund: Der gleichklingende Name.
Die Bandmitglieder waren entsetzt. Auch die Inhaberin des Jake's wurde abgemahnt. Natürlich waren alle erst einmal schockiert. „Immerhin machen wir den Sweet-Sound ja aus Leidenschaft. Und die Jungs sind unsere Vorbilder - wir haben die Musik nicht nachgespielt, sondern den Sound gelebt. Natürlich waren wir da sehr enttäuscht und hatten anfangs auch gar keine Lust mehr, weiterzumachen”, erklärt Frank Beinhauer, der Bassist.
"Wir sind ja kein Wirtschaftsunternehmen"
Die Tribute-Band „Fanny Adams” wird am Samstag, 20. Dezember, um 19 Uhr im Nevigeser Jugendzentrum „Das Zentrum” an der Lessingstraße auftreten.
Die Tribute-Band „Fanny Adams” wird am Samstag, 20. Dezember, um 19 Uhr im Nevigeser Jugendzentrum „Das Zentrum” an der Lessingstraße auftreten. „Rock'n Pop / Cover” ist das Motto zum Abschluss der Bandcontest-Reihe. Bereits am Freitag um 19 Uhr stehen die Gewinner-Bands der Sparten „Punk'n Billy” und „Metal” auf der Bühne.
Doch die Jungs setzten sich zusammen. Die vielen Jahre des Übens und des Image-Aufbaus sollten schließlich nicht vergebens gewesen sein. Die Anwälte beider Parteien konnten sich einigen und so wurde eine geringere Summe als gefordert überwiesen. „Wir sind ja kein Wirtschaftsunternehmen. Es hätte ja auch gereicht, wenn wir dazu aufgefordert worden wären, den Namen zu ändern,” so Beinhauer.
Unterstützungen gab es auch vom Forum. „Alle waren sehr schockiert über die Machenschaften von The Sweet und haben zu uns gehalten.” Die Band stand nun jedoch vor einem weiteren Problem: Ein neuer Name musste her. Schließlich einigte sich die Gruppe auf „Fanny Adams” – dies ist der Titel eines Sweet-Albums. Diesen Namensvorschlag haben die Bandjungs jetzt erst einmal Andy Scotts Anwalt eingereicht – denn ohne eine offizielle Zustimmung wollen sie sich nun nicht mehr benennen, die Angst vor einer erneuten Unterlassungsklage ist zu groß. „Die neue Homepage und die neue myspace-Seite sind auch schon fertig. Wenn das O.K. kommt, wird alles direkt hochgeladen.”
"Sweet"-Sänger Andy Scott ist wieder milde gestimmt
Und auch Andy Scott ist wieder milde gestimmt und teilte der Velberter Band mit, er fände es gut, dass es eine Coverband gibt, die den Glam-Rock am Leben erhalte. Nur eben nicht mit dem gleichklingenden Namen, denn das „würde zu Verwechslungen führen”.
Die Band probt derweil weiter: „Wir werden immer besser. Und während die vierstimmigen Chöre bei The Sweet elektrisch sind, machen wir es original.”
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