Bilder mystischer Frauen und Skulpturen gebeugter Helden

Langenberg..  Wieder einmal eine reizvoll-kombinierte Doppel-Ausstellung in der Galerie 23: Diesmal sind es Arbeiten zweier junger Künstler aus Osteuropa, die Galeristin Doris Stevermüer in ihren ansprechenden Räumlichkeiten zeigt.

Inessa Emmer, gebürtige Kasachin, hat in Dortmund ein Kunststudium absolviert und ist derzeit mit dem zweiten an der Düsseldorfer Akademie beschäftigt, wo auch der Kontakt mit Doris Stevermüer entstand. In großformatigen Holzschnitt-Drucken auf Nessel und Jute thematisiert die junge Künstlerin Mythologisches und Märchenhaftes, vor allem zum Thema Frau.

Ihr natürliches Arbeitsmaterial wie Pappelsperrholz und Naturstoffe ergänzt sie durch moderne Offsetfarben. Kraftvoll und tiefgründig, aber keinesfalls aufdringlich wirken diese Bilder gerade auch in ihrer großen Dimension.

Und auch die eher kleinen, figürlichen Bronze-Skulpturen des jungen rumänischen Künstlers Catalin Badarau, die er größtenteils in geschmiedete und gelötete Stahlelemente einarbeitet, wirken dank der künstlich aufgetragenen grünen Patina wie antike Statuetten. Gebeugt, geknickt, in ihren jeweiligen Zusammenstellungen wie Sinnbilder einer eher traurigen Uniformität sind sie scheinbar jeglicher Individualität beraubt – modern in der Aussage!

Eine treffliche Ausstellung, die eine interessant kontrastierte und dennoch sehr stimmige Mischung völlig unterschiedlicher Arbeitsweisen zeigt. Interessant zu hören, dass der afrikanische Künstler James Robert Koko Bi, der in diesen Räumen bereits zweimal selbst ausstellte, den jungen Rumänen bei einer Preisverleihung in Nizza für die hiesige Ausstellung gewinnen konnte. So entwickelt sich zusehens ein hochkarätiges Netzwerk innerhalb dieser jungen Langenberger Galerie, die im Mai 2011 eröffnet wurde.

Die trotz des ungestümen Wetters gut besuchte Vernissage bewies einmal mehr die treffsichere Hand der Galeristin für außergewöhnliche, äußerst ansprechende Kunst.

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