Besucher des Velberter Wochenmarktes bevorzugen Frisches

An der Heiligenhauser Straße haben sich die Fast Food-Ketten versammelt.
An der Heiligenhauser Straße haben sich die Fast Food-Ketten versammelt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Seit 75 Jahren gibt es Fast Food von McDonald’s. Auch in Velbert ist die Kette mit einer Filiale vertreten. Aber die Marktbesucher mögen’s dann doch lieber selbst gekocht.

Velbert..  Auf den Tag genau 75 Jahre ist es her, da öffnete in den USA die erste McDonald’s Filiale. Und auch in Velbert bleiben bei Liebhabern von Pommes und Burgern ein Dreivierteljahrhundert später keine Wünsche offen: Restaurants von gleich drei Fast-Food-Ketten reihen sich an der Heiligenhauser Straße aneinander und bieten ein breites Sortiment an kalorienreichen Snacks.

Wer lieber selber kocht, wird auf dem Velberter Wochenmarkt fündig. Der dortige Andrang vermittelt den Eindruck, dass nicht wenige dem Essen aus Pappschachteln die frischen Waren der Standbetreiber vorziehen – auch wenn diese selbst zubereitet werden müssen. Christine Neumann gehört zu den Menschen, die diesen Aufwand nicht scheuen. „Es ist nicht nur gesünder, sondern es schmeckt mir auch besser“, findet die Studentin, „bei McDonald’s schmeckt immer alles gleich. Wenn ich selbst koche, kann ich variieren.“ Auch für Heike Müller ist die Fast-Food-Abstinenz eine Frage des Genusses. „Die Pommes bei McDonald’s sollen ja nicht schlecht sein“, so die 74-Jährige. „Aber mir schmeckt Selbstgekochtes einfach besser.“ Statt nur um den Geschmack geht es für Werner Hermann auch um die Gesundheit. „Ich möchte mich so ernähren, dass ich eine Chance habe, alt zu werden“, erklärt er. „Auf dem Wochenmarkt einzukaufen fällt für mich unter ,lebensverlängernde Maßnahmen’.“ Und auch der Preis stimme: „Ich esse lieber eine gehaltvolle Mahlzeit statt einer Menge Müll. So spare ich am Ende noch Geld.“

Es geht auch um das Zusammensein

Auf dem Wochenmarkt muss man nach Verfechtern frisch zubereiteter Speisen nicht lange suchen. Trotzdem steht Kochen in vielen Familien nicht auf der Tagesordnung. „Ich habe den Eindruck, dass Fast Food bei Kindern sehr verbreitet ist“, so Corinna Evers. Ehrenamtlich engagiert sie sich darum für den Kinderkochbus, kocht mit dem Rest des Teams mit Kindern jeden Alters und schenkt ihnen ihre Zeit. „Wir wollen sie an gesundes Kochen heranführen“, so Evers, „und zeigen ihnen, dass sie mit wenigen Zutaten ganz einfach etwas kochen können, was am Ende gesund ist und schmeckt.“ In vielen Familien bleibe dafür nicht die Zeit, so ihr Eindruck. Neben der gesunden Ernährung zählt für Evers darum auch der soziale Aspekt: „Beim Kochen erzählen die Kinder oft etwas“, so ihre Erfahrung, es gehe also auch um das Zusammensein. „Fürs Essen sollte man sich Zeit nehmen.“