Beste Stimmung bei der Sitzung der Velberter Nordstadtgießer

Begleitet von den Unkeler Ratsherren zogen die Nordstadtgießer ein – mit dabei natürlich die Gießerpfanne.
Begleitet von den Unkeler Ratsherren zogen die Nordstadtgießer ein – mit dabei natürlich die Gießerpfanne.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wie jedes Jahr präsentierten die Velberter Nordstadtgießer auf ihrer Sitzung hochkarätige Gäste – etwa die Kölner Traditionsband „Die Räuber“.

Velbert..  Kann ein Karnevalsprogramm, ein Karnevalsabend, eine Sitzung eigentlich noch gesteigert werden, wenn bereits kurz nach Beginn die Räuber auftreten? Eine der bekanntesten und beliebtesten Bands des Kölner Karnevals? Ja das geht, und zwar ohne Probleme. Den Beweis lieferte die Sitzung der Nordstadtgießer im Forum Niederberg. Ausverkauftes Haus und vom ersten Auftritt an fantastische Stimmung.

Kölner die „Helau“ rufen

Den Einmarsch der Hausherren gestalteten nämlich gleich die ersten Gäste, vornehm im Frack und mit Zylinder gekleidet – die Unkeler Ratsherren. Mit feiner Blasmusik – mal Karnevalsklassiker, mal spanische Melodien, dann auch mal den Donauwalzer – rissen die neun Musiker das Publikum sofort aus den Sitzen und heizten die Stimmung prächtig an für die Räuber. Die Kölner Traditionsband wiederum nutzte die Vorlage und brachte den Saal endgültig zum Kochen. Allerdings: Was muss das für eine „Qual“ für eine Kölner Band sein, im Karneval „Helau“ rufen zu müssen?

Nach der Musik gab’s was zu lachen: Änne aus Dröpplingsen – gespielt von der Iserlohner Komödiantin Monika Badtke – erzählte Dönekes aus der Seniorengruppe und bat zum Rollator-Tanz; Liedermacher Uli Teichmann sorgte für sanfte Klänge mit der Gitarre und laute Lacher; Bauchredner Klaus Rupprecht und der freche Affe Willi (bekannt aus Fernsehauftritten unter anderem in der ZDF-Produktion „Karneval hoch drei“) nahmen unter anderem mit viel Charme Gäste aus dem Publikum aufs Korn, die während des Auftritts nicht auf ihrem Platz blieben.

Prinz bleibt erstmal stumm

Nicht fehlen darf bei einer Velberter Traditionssitzung natürlich das Stadtprinzenpaar. Und auch das hatte daher seinen Auftritt: Torsten I. und Birgit I. enterten mit großem Hofstaat die Bühne – nur die Technik wollte dem Prinzen zunächst keine Bühne bieten. Denn das Mikro streikte, Torsten blieb stumm. Als er schließlich doch reden durfte, fasste er sich kurz, ließ lieber seine Garden und später noch den Hofstaat tanzen.

Hocker-Rocker und Altreucher

Ein wahres Pointen-Feuerwerk brannte zu später Stunde der selbst ernannte Hocker-Rocker Markus Krebs ab. Er erzählte von Freund Dieter und dessen Suche nach der richtigen Frau. Die habe er auf einem „Grabsch- und Schubsabend“ gefunden, Dieter, „der schon spitz wird, wenn er ein Damenfahrrad sieht“. Allerdings sei die neue Perle nicht „die hellste Kerze auf der Torte“, würde „beim Tetrisspielen sogar das Quadrat drehen.“ Wie auch schon die Unkeler Ratsherren, die Räuber oder Änne, Klaus und Willi musste auch Krebs eine Zugabe abliefern. Die meisten Zwerchfelle im Saal dürften froh gewesen sein, als Krebs fertig war, denn ein wenig Erholung tat den Organen nach dessen Auftritt ziemlich gut.

Breites Repertoire

Zum Abschluss gab’s noch mal Musik. Die Altreucher, seit zehn Jahren in der Szene bekannt als eine der wenigen noch live spielenden Bands, brachten kölsche Klänge mit – aber nicht bloß zum Schunkeln. Balladen und Reggae, Rock und Pop gehören ebenfalls zum Repertoire der sechs Musiker.

Angenehm fröhlich führte Sitzungspräsident Klaus Jonas durch das Programm, musikalische Begleitung gab es ab 19.20 Uhr und während der Sitzung von der Thomas Arens Combo. Und besonders schön: freie Plätze gab es so gut wie gar nicht.