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"Besser getrennte Wege"

14.10.2008 | 18:09 Uhr

Am WAZ-Mobil: In Kontroverse um beschädigte Wanderwege wurden weniger Ross und Reiter angeklagt.Wanderer leiden offenbar weit mehr unter aggressiven Mountainbikefahrern

Zwei Stunden machte das WAZ-Mobil in der Fußgängerzone Station. WAZ-Redaktionsleiter Matthias Spruck diskutierte mit Leserinnen und Lesern über ihre Erfahrungen als Wanderer auf Wegen, die auch von Reitern und Mountainbikefahrern genutzt und strapaziert werden. Foto: WAZ, Uwe VoglerFoto: WAZ, UVoFoto: WAZ, Detlev Kreimeier

MITREDEN WAZ LESEN Dass das aktuelle Kampagnenthema der WAZ Velbert durchaus kontrovers diskutiert werden kann, wurde gestern Vormittag recht schnell deutlich: In der Fußgängerzone war das WAZ-Mobil bald sowohl von Wanderern wie auch von Reitern umringt, die gerne ihre Meinung zu zerstörten oder zumindest in Mitleidenschaft gezogenen Wanderwegen mitteilen wollten. WAZ-Redaktionsleiter Matthias Spruck und seine Kollegin Ellen Wiederstein hatten mit Ingrid Kretzschmar vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) und Heidi Löwen von der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer Deutschland (VFD) zwei kompetente Ansprechpartner an ihrer Seite, die zur Versachlichung eines offenbar uralten Interessenkonfliktes beitrugen.

"Die schlechtesten Erfahrungen habe ich mit Reitern gemacht", machte Roswitha Lappe ihrem Zorn auf Ross und Reiter Luft. Die Langenbergerin wandert häufig vom Nizzabad zum Sender hinauf. "Besonders im Wald sind die Wege kaputt." So sehr sie überzeugt ist, dass beide Gruppen ihre Existenzberechtigung haben - ihr Wunsch ist der: "Alle sollten etwas vom Wald haben, aber bitte auf getrennten Wegen!"

Die meisten Passanten berichteten von ganz anderen Ärgernissen in der hiesigen Wanderregion: "Während wir uns an der schönen Landschaft erfreuen, zischen plötzlich Mountainbikefahrer dicht an uns vorbei", erzählten Barbara und Wolfgang Drosdziok. Auch Horst Bliesener hatte schon solche unliebsamen Begegnungen: "Ob im Langenhorst, in Langenberg oder Neviges - mich stören die meist viel zu schnell fahrenden Radfahrer auf den Wanderwegen." Eine Meinung, die auch Rolf Bausch vertrat. "Oft sind die Bike-Fahrer unter Helm und Maske nicht erkennbar", kritisierte Helmut Seidler.

Vertreter unterschiedlicher Interessengruppen schenkten sich nichts: "Das zentrale Problem in Velbert ist wohl, dass es überhaupt keine Reitwege gibt", schimpfte Erika Syring. Ihre Tochter, selbst seit Jahren passionierte Reiterin, berichte andererseits regelmäßig von Müllbergen, die die Fußgänger hinterließen. "Die machen den Dreck." "Da gab es doch das kleine Apfelproblem", gab Hertha Schubert zurück. "Wenn da die Fliegen drauf sitzen - auch nicht schön!"

Fotostrecke zur Diskussion am WAZ-Mobil unter DerWesten.de/Velbert

Von Matthias Spruck

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