Bei Verkehrszählung in Velbert zählt jedes Fahrzeug

Neviges ist mit sechs Einsatzorten – hier an der Siebeneicker Straße – eindeutig Schwerpunkt der Aktion.
Neviges ist mit sechs Einsatzorten – hier an der Siebeneicker Straße – eindeutig Schwerpunkt der Aktion.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
TBV-Helfer und -Mitarbeiter führen Strichlisten für die „Verkehrsstärkenkarte 2015“. Seit dieser Woche läuft die große Bundesverkehrszählung auch vor Ort.

Neviges..  Wer am nächsten Freitag im Stadtgebiet mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs ist und plötzlich irgendwo am Straßenrand einen Aufpasser mit einem Klemmblock auf einem Klappstühlchen sitzend sieht, der darf – als Temposünder – gerne spontan ein richtig schlechtes Gewissen haben. Rechtliche Konsequenzen braucht er allerdings nicht zu befürchten: Er wurde soeben bloß gezählt. So wie alle anderen vor und hinter ihm.

Denn landauf, landab läuft jetzt wieder einmal die große Bundesverkehrszählung. Die ist alle fünf Jahre fällig. Und vor Ort sind dabei als so genannter Straßenbaulastträger die Technischen Betriebe Velbert (TBV) am Ball, die ihre – zwecks Vergleichbarkeit über Jahre festgelegten – Zählstellen via NRW-Fachministerium und Kreisverwaltung zugewiesen bekommen. Sie liegen mit Ausnahme der Langenberger Hüserstraße (K 30) allesamt in Neviges. In dieser Woche war der erste Einsatztag.

„Die Ergebnisse sind u. a. wichtig für die Straßenanpassung und -planung sowie für Erschließungsvorhaben“, erklärt Andreas Bredendiek vom TBV-Verkehrsmanagement. Man könne daraus ersehen, in welchem Umfang sich der Verkehr verändere und auch wie in der Zusammensetzung. „Maut-Ausweichverkehr“ sei hierbei z. B. oft ein Thema.

Der Dip.-Ingenieur organisiert und koordiniert die Aktion vor Ort. Die Arbeit erledigen hauptsächlich Studenten, eigenes Personal und Azubis. Vergütet wird das mit 8,50 Euro pro Stunde. Insgesamt, so Bredendiek, belaufe sich der Aufwand auf knapp 2000 Euro.

Klassifizierte Straßen im Visier

Im Blickpunkt sind ausschließlich „klassifizierte Straßen“, also im hiesigen Stadtbezirk fast durchweg Landstraßen: Bernsau-, Nevigeser-, Wilhelm-, Elberfelder- und Siebeneicker Straße sowie die Donnenberger Straße (K 29).

Die Helfer haben bis September noch sieben Einsätze vor der Brust. Hübsch verteilt, um letztlich ein möglichst realistisches Bild zu erhalten. An Werk- und Sonntagen, zu unterschiedlichen Tageszeiten, innerhalb und außerhalb von Ferien und in verschiedenen Jahreszeiten. „Aber nicht in Wochen mit Brückentagen, nicht bei Veranstaltungen und Baustellen“, ergänzt Verkehrsplaner Arnd Sulimma.

Die Erfassungsbögen haben u. a. ein Feld, in dem die jeweilige Straße beschrieben wird, und sind in sechs Kategorien unterteilt: vom Fahrrad bis zum Lkw über 3,5 Tonnen. Die Zähler sind alleine vor Ort. Sie müssen stets zwei Stunden durch- bzw. ggf. einhalten, sind je nach Wetter mal mit Sonnen-, mal mit Regenschirm ausstaffiert und führen Strichlisten. Fünferpäckchen kommt zu Fünferpäckchen.

Für deutlich stärker frequentierte Einsatzorte bekommen sie einfache mechanische Zählhilfen in die Hand gedrückt. „Das geht häufig ganz schön munter zur Sache, wenn Sie an der Nevigeser Straße sitzen, und links und rechts eine Zählhilfe halten“, sagt Bredendiek. „Schließlich müssen ja beide Fahrtrichtungen erfasst werden.“

Die Ergebnisse bekommt der Landesbetrieb Straßen.NRW. Die „Verkehrsstärkenkarte 2015“ ist dann später auch – wie jetzt schon ihre Vorgänger – online einsehbar.