Bei Jessica werden Bücher lebendig

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Was wir bereits wissen
Beim Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels belegte die Langenberger Gymnasiasten auf Stadtebene den ersten Platz. Nun geht’s zum Kreisausscheid nach Mettmann.

Langenberg..  Das Geheimnis ihres Erfolges klingt ganz einfach – und sie verrät es gerne: „Wenn ich lese“, sagt Jessica Bente, „wenn ich lese stelle ich mir immer vor, ich wäre die Hauptperson aus der Geschichte.“ Eine Technik, mit der es die elfjährige Schülerin des Gymnasiums Langenberg jetzt schon weit gebracht hat: Von allen Schülerinnen und Schülern der sechsten Klassen der Velberter Schulen belegte die Langenbergerin den ersten Platz beim Vorlesewettbewerb, den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in diesem Schuljahr bereits zum 56. Mal veranstaltet.

„Wettkampferfahrung“ im Vorlesen konnte die Elfjährige bereits in der ersten Rund reichlich sammeln. Galt es doch, sich zunächst gegen alle Mitbewerber und Mitbewerber ihrer eigenen Klasse, der 6a, durchzusetzen. Anschließend musste sie dann gegen die Erstplatzierten der beiden anderen sechsten Klassen des Gymnasiums antreten – Jessica konnte auch diese Wettbewerbe für sich entscheiden.

Freundinnen begleiteten sie

In den Räumen der Stadtbücherei Velbert-Mitte ging’s dann für die Langenberger Gymnasiastin ins erste Finale: Im Rennen um den 1. Platz auf Stadtebene musste sie gegen alle anderen Schülerinnen und Schüler antreten, die an ihren Schulen die ersten Plätze belegte hatten. Ein Weg, den sie nicht allein antrat: Neben ihrer Mutter begleiteten auch ihre beiden Freundinnen Lisa Firmenich (12) und Maja Hensel (11) die Langenberger Vorlesesiegerin.

Die Letzten werden die Ersten sein...

Und die bewies, dass ihr Sieg im eigenen Schulhaus an der Panner Straße kein Zufallstreffer war. „Meine Mutter riet mir, ich müsse nur die ganze Zeit im Kopf wach bleiben, dann werde es schon klappen“, erinnert sich Jessica. Und sie gesteht, dass es schon ein kleiner Vorteil gewesen sei, beim Vorlesen als letzte der sechs Mädchen und vier Jungen drangekommen zu sein, die es bis ins Finale geschafft hatten. „Da konnte ich schon sehen, wie manche Wörter ausgesprochen werden, wie ich sie betonen muss“, erzählt Jessica.

Kästners „Fliegendes Klassenzimmer“

Galt es doch, nicht nur aus ihrem selbst gewählten Buch „Wie man die Ratschläge seiner Eltern ignoriert“ vorzulesen. „Alle mussten außerdem aus dem Buch ‘Das fliegende Klassenzimmer’ von Erich Kästner vorlesen.“

Lesen – nicht schauspielern

Und dabei beherzte die junge Langenbergerin einen Ratschlag ganz besonders, den ihr ihre Lehrerin Gabriele vom Brauck gegeben hatte: Lebendig vorlesen, dabei aber nicht „überdrehen“, nicht zu viel machen – schließlich soll man schon noch unterscheiden können zwischen Schauspiel und Lesen. „Und das“, so lautet nicht nur das Urteil der Lehrerin, „macht Jessica wirklich sehr eindrucksvoll.“