Kassandra
"Bedrückendes Tuch des Schweigens"
08.11.2009 | 09:59 Uhr 2009-11-08T09:59:00+0100
Niederberg. Rolf Breitbarth, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Niederberg, hat sich selbstkritisch zur Rolle der evangelischen Kirche im Fall Kassandra geäußert.
Vor knapp 70 Delegierten der Kreissynode des Kirchenkreises Niederberg, die am Wochenende auf dem Dönberg tagte, sagte der der Vorsitzende, es habe sich nach dem Mordversuch an der Neunjährigen Mitte September “ein bedrückendes Tuch des Schweigens über den Kirchenkreis gelegt”. Zwar habe es gute Kontakte zur Gemeinde und zur Schule gegeben, die Pastorin und der Pastor der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde hätten als Seelsorger “gute, befreiende Arbeit” getan, Eltern und Lehrer hätten das kirchliche Engagement dankbar aufgenommen. Aber: “Vielleicht hätten wir als Evangelische deutlicher und früher in der Öffentlichkeit Position beziehen müssen”, so Breitbarth. Er regte an, vertrauensbildende Netzwerke aufzubauen, auf die zurückgegriffen werden könnte. Die Zusammenarbeit mit den Schulen müsse daher mit Phantasie intensiviert werden. Breitbarth: “Wenn wir aus der Position des Ertragenden herauskommen wollen, müssen wir auf jeden Fall über den Umgang mit Gewalt und Opferschutz diskutieren. Wir dürfen das Feld nicht den Stammtischen überlassen.”
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Die Pseudolösung des Gutmenschen: Über Gewalt diskutieren. Super. Dann wird bekanntlich alles gut, wenn Gutmenschen diskutieren.