Bauprojekt für Seniorenwohnungen in Neviges gescheitert

An der Elberfelder Straße sollten Eigentumswohnungen gebaut werden. Das Projekt ist gescheitert.
An der Elberfelder Straße sollten Eigentumswohnungen gebaut werden. Das Projekt ist gescheitert.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
An der Elberfelder Straße sollten barrierefreie Eigentumswohnungen für Senioren entstehen. Doch das Projekt ist geplatzt: Es fanden sich keine Käufer.

Neviges..  Modern sollten sie sein, lichtdurchflutet, mit bodentiefen Fenstern und großzügigen Balkonen und natürlich barrierefrei. An der Elberfelder Straße, gegenüber der Aral-Tankstelle, sollten auf einem freien Grundstück seniorengerechte Eigentumswohnungen entstehen. Doch das Projekt ist geplatzt: Es finden sich keine Käufer, die Wohnungen sind zu teuer.

Das sagen sowohl Architekt Juergen vom Hagen als auch Maklerin Eva Witt von der Bürogemeinschaft Witt Immobilien. Im September habe es zumindest noch diverse Vormerkungen gegeben, wenn auch keine konkreten Kaufzusagen. Aber da lagen die Preise auch noch bei 325 000 Euro für die mit 130 Quadratmetern größte Wohnung, 64 Quadratmeter sollten 160 000 Euro kosten. Vier bis acht Wohnungen waren in dem viergeschossigen Haus geplant, je nachdem, für welche Größe sich die Käufer entschieden hätten.

Doch dann, so Eva Witt, hätten die Grundstückseigner an der Schraube für den Kaufpreis gedreht. „400 000 Euro für eine Wohnung von 100 Quadratmetern, das sind Düsseldorfer Preise, das ist hier völlig utopisch“, sagt die Nevigeserin, die seit 32 Jahren im Geschäft ist, und fügt hinzu: „Ich bin seit dem 31. Dezember raus aus der Geschichte.“ Was sie persönlich bedaure, war sie doch von dem Projekt, von der Lage und Ausstattung überzeugt. „Das war eine Top-Geschichte.“

Auch Architekt zog sich zurück

Die Nähe zum Busbahnhof, donnerstags der Markt direkt vor der Tür – dies alles sei ideal für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Aber Eva Witt weiß auch: Das Geld sitzt nicht locker, und manchmal muss erst das eigene, große Haus verkauft werden, um sich eine barrierefreie Eigentumswohnung leisten zu können.

Auch für Architekt Juergen vom Hagen vom „Atelier Stadtbaukultur“ in Hattingen ist klar: „Das Ding ist gelaufen, ich mach das nicht. Das hat bei den Preisen einfach keinen Sinn, die Wohnungen lassen sich nicht verkaufen“.

Was zu dem hohen Kaufpreis noch hinzukomme: Das Grundstück an der Hanglage sei aus planerischer Sicht recht heikel. „Es lässt sich nur im unteren Teil bebauen, dahinter steigt es steil an, da darf und kann nicht gebaut werden.“ Und die zu bebauende Fläche, so hatte der Architekt einst zu bedenken gegeben, sei von der Form her eher konisch als rechtwinklig, man hätte den Grundriss entsprechend anpassen müssen.

Mit dem Projekt an der Elberfelder Straße wäre in Neviges der dritte Neubau für seniorengerechte Wohnungen entstanden. Im „Wohnpark am alten Rathaus“ an der Wilhelmstraße ist unter anderem dem entsprechender Wohnraum geplant, ebenso an der Bernsaustraße, direkt neben Kaufpark.