Baugenehmigung für Sanierung altes Rathaus rückt näher

Investor André Grimmert , Geschäftsführer des Bauunternehmens Crone, vor einem Modell des alten Rathauses an der Wilhelmstraße.
Investor André Grimmert , Geschäftsführer des Bauunternehmens Crone, vor einem Modell des alten Rathauses an der Wilhelmstraße.
Foto: Heinz-Werner Rieck
Was wir bereits wissen
Bei der Sanierung des Komplexes altes Rathaus in Neviges steht Investor André Grimmert gleich mit zwei Denkmalbehörden im Dialog. Nun wartet er auf die Baugenehmigung.

Neviges..  Wer ein denkmalgeschütztes Haus umbauen will, braucht einen langen Atem und Kompromissbereitschaft – muss er doch gleich mit zwei Denkmalbehörden korrespondieren, um Entwürfe ringen, Änderungsvorschläge umsetzen. Was André Grimmert, Investor des „Wohnpark am alten Rathaus“ an der Wilhelmstraße nicht im Mindesten die gute Laune verdirbt: „Der Bauantrag läuft, die Begleitung durch die Stadt ist toll.“

So bestehe mit der Denkmalschutzbehörde ein „sehr guter Konsens“, die Zusammenarbeit sei ausgesprochen konstruktiv und fruchtbar. Was auch die Stadt freue, wie Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach bestätigt. Gibt jetzt noch das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland als übergeordnete Behörde bald grünes Licht, steht einer Genehmigung des Bauantrags nichts im Wege.

Die Antwort des in Pulheim ansässigen LVR-Amtes: „Wir äußern uns nicht zu laufenden Verfahren“, erklärt Pressereferentin Birgit Parakenings. Aber so viel sei verraten: „Eine Stellungnahme geht noch in diesem Monat an die untere Denkmalbehörde.“ Ein Satz, der zeitlich zu den Überlegungen von André Grimmert, geschäftsführender Gesellschafter der Baufirma „crone gmbh“, passt: „Mitte August ist die Baugenehmigung hoffentlich da.“ Vier bis sechs Wochen später, so schätzt er, könne es dann losgehen mit den Arbeiten zum „Wohnpark am Alten Rathaus“.

Tradition trifft Moderne

Familien, Singles, junge Leute, Senioren und auch Nevigeser auf Zeit, sie alle sollen sich in dem mehrere Teile umfassenden Objekt wohl fühlen, in dem Tradition auf Moderne trifft. Ein gläserner Aufzug, so der Plan, verbindet das frühere 800 Quadratmeter große Postgebäude – das übrigens nicht unter Denkmakschutz steht – mit dem roten Klinkerbau des 1887 erbauten alten Rathauses. Im Postgebäude sind altengerechte, barrierefreie Appartements geplant sowie acht anderweitige Wohnungen in der ersten und zweiten Etage. Jene Bewohner, so der Plan, haben Zutritt auf das Dach des rückwärtig gelegenen Flachbaues für Senioren.

Und im denkmalgeschützten Rathaus? 16 Wohnungen mit einer Größe von 40 bis 105 Quadratmetern sollen hier entstehen, Mietpreis etwa sieben Euro pro Quadratmeter Die Fassade, so erläutert André Grimmert, werde in enger Absprache mit der Denkmalbehörde behutsam saniert. Der Clou: Neben dem roten Klinkerbau entsteht im rechten Winkel ein bewusst modern gehaltener Bau aus weißem Beton. Der Baustoff Beton soll dabei zum einen den Kontrast zum traditionellen Klinker hervorheben, zum anderen den Bogen zum benachbarten Mariendom spannen. „Alle Rathaus-Wohnungen haben Balkone und Loggien“, so Investor Grimmert. Die Balkone, um auf das Thema Dialog mit den Behörden zurückzukommen, wurden nach Einspruch des LVR-Amtes für Denkmalschutz geringfügig verkleinert.

Der Flachbau hinter der Alten Post soll auch einen 24-Stunden-Betreuungs-Service für Senioren beherbergen, der Interessent sei bereits in vier weiteren Städten vertreten, wie André Grimmert erläutert. Für Mieter auf Zeit – beispielsweise Angestellte von Firmen – sind die zwölf kleineren Wohnungen des Boardinghauses gedacht.