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Bauern leiden unter Tiefstpreisen

24.01.2015 | 09:00 Uhr
Bauern leiden unter Tiefstpreisen

Velbert. Alma, Linda und Cecilia rollen mit ihren großen Augen. Kauen genüsslich, legen den Kopf zur Seite. Die drei Damen sind Milchkühe – und auf Gut Hixholz bei den Greshakes zu Hause. Dass der Familie und ihrer Arbeit zu wenig Wertschätzung entgegen gebracht wird, wie jüngst andere Bauern in der Region klagten, das sehen die Greshakes nicht so. Sie haben mit anderen Problemen zu kämpfen.

„Ich will nicht klagen“, macht Claudia Greshake sofort klar. Die Bäuerin macht lieber, als zu meckern. Aber bei manchen Dingen ist auch sie machtlos: „Die Milchpreise sind auf Tiefstwerte gefallen – 28 Cent pro Liter. Durch das Russland-Embargo wird vom Ausland keine Milch gekauft, das drückt massiv auf die Preise. Und wir können nichts machen, sind wie das Fähnchen im Wind.“

Preise werden diktiert

Ist die Milch nichts wert, sind auch die Tiere nichts wert. „Für zehn Euro haben wir letzte Woche eines unserer Kälbchen verkauft. Da kostet ein Kaninchen aus der Zoohandlung mehr“, sagt Claudia Greshake. „Aber die Molkereien stehen eben im extremen Wettbewerb, es trifft ja nicht nur uns, sondern alle. “

Die geopolitische Lage ist zurzeit schwierig für die Bauern. „Aber das geht anderen Branchen ja mit Sicherheit genauso“, lenkt die Diplom-Biologin ein. Dafür schätze die Bevölkerung am Ort ihre Arbeit. „Unsere Tiere sind unser Kapital und keine anonyme Masse – und das honorieren die Verbraucher“, sagt sie.

Deshalb gibt es bei den Greshakes auch nur hofeigenes Futtermittel. „Wir sind Produzenten für die Marke ,Landliebe’. Dass wir gentechnikfreies Futtermittel verwenden, ist garantiert“, erklärt Claudia Greshake. Gut Hixholz ist ein konventioneller Landwirtschaftsbetrieb, kein Biobauernhof. Aber nur weil das Biosiegel fehle, bedeute das nicht gleich, dass das Vertrauen der Verbraucher fehlt.

Einen eigenen Hofladen hat die Familie nicht. Sie verkauft saisonbedingt nur einzelne Dinge wie Kartoffeln, Kaminholz oder Kürbisse. Ein anderes zweites Standbein haben sich die Greshakes neben der Milchproduktion aber trotzdem aufgebaut: ihren Lernbauernhof. Und der erfreue sich großer Beliebtheit.

Nur eine Sache stinkt dem Bauern: „Viele Hundebesitzer haben wenig Respekt dafür, dass hier Nahrung wächst und Lebensmittel entstehen. Wenn dann Hundekot auf dem Acker liegt, ist das mit einem großen Ärgernis verbunden“, findet Michael Greshake.

Sonja Lelittka

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2015-01-24 09:00
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