Badbetreiber weist Aufsichtsproblem zurück

Foto: WAZ FotoPool

Velbert.. Nach dem Tod eines Fünfjährigen im Heiligenhauser Freibad stellt sich bei vielen die Sicherheitsfrage. Dass es ein Aufsichtsproblem gibt, weisen die Stadtwerke jedoch zurück. Dennoch seien Risiken nie völlig auszuschließen.

Related content

Vier Tage praller Sonnenschein – für die Freibäder im Velberter Stadtgebiet war das der eigentliche Startschuss in die Saison. Rund 10000 Menschen besuchten allein das Panoramabad zwischen Fronleichnam und Sonntag. Doch der tragische Unfall in der Nachbarstadt Heiligenhaus, wo am späten Samstagnachmittag ein fünfjähriger Junge im Heljensfreibad tot im Nichtschwimmerbereich geborgen wurde, hängt wie eine dunkle Wolke über Niederberg.

Nach Informationen der dortigen Bäderleitung waren am besagten Tag gut 2500 Besucher im Bad. Ein Mädchen hatte den leblosen Körper im Wasser treibend bemerkt und die Retter am Beckenrand alarmiert. Einer der Männer, die sofort bei dem Jungen waren, soll ausgebildeter Rettungssanitäter gewesen sein. Der Junge war Nichtschwimmer, seine 24-jährige Mutter, die außerhalb des Wassers auf zwei weitere Kinder (zwei und vier Jahre alt) aufpassen musste, konnte sich später nicht erklären, warum der Junge allein ins Wasser gegangen war. Mittlerweile wurde bestätigt, dass er ertrunken ist. Am Montag war der Unfall auch Thema bei den Stadtwerken, die die Bäder in Velbert betreiben. „Wir sind tief bestürzt“, gibt Bäderleiter Norbert Noll die Stimmung unter den Kollegen wieder. Naheliegend, dass in Velbert die Frage gestellt wird, ob sich hier Ähnliches ereignen könnte.

„Unsere Aufsichten sind sensibilisiert“

Gibt es bei den vollen Freibädern ein Aufsichtsproblem? „Wenn uns kein Fachpersonal hierfür zur Verfügung stünde, würden wir kein Freibad aufmachen“, betont Noll. Die Mitarbeiter der Stadtwerke werden unterstützt durch Sicherheitspersonal privater Dienste. 2800 Besucher am Samstag im Panoramabad – „das sind noch nicht einmal richtig viele“, stellt er fest. Es gab Tage während der letzten WM 2006, da kamen gut 6000 Badegäste. „Unsere Aufsichten sind sensibilisiert“, sagt der Mann von den Stadtwerken. Wenn zu jeder halben Stunde die Wellen eingeschaltet werden, positionieren sie sich am Beckenrand, beobachten die Wasserfläche genau, haben auch den Wasserkanal zum Hallenbad im Blick.

Im Planschbeckenbereich, der hinter Hecken auf höherer Ebene liegt, soll demnächst ein Notschalter installiert werden, unabhängig davon wird dieser Bereich mit Kamera überwacht.

Aber Noll stellt klar: „Auch wenn wir alles tun, damit es zu keinem Badeunfall kommt, sind Risiken nie völlig auszuschließen.“ Bei starkem Besucherandrang könnten Eltern nun mal schnell abgelenkt werden, ein Kind entschlüpft kurzfristig dem Sichtbereich von Vater und Mutter – „ sowas passiert auch in einer belebten Innenstadt“, so Noll. Kinder spielen im Wasser, tauchen, lassen sich treiben, da ist nicht immer für die Umstehenden sofort erkennbar, ob ein Notfall vorliegt.