Azubis im Chefsessel
30.06.2011 | 17:09 Uhr 2011-06-30T17:09:00+0200Velbert. Die Sparkassen-Geschäftsstelle in der Oberstadt wird ab dem 18. Juli für vier Wochen von Azubis übernommen: Die sieben angehenden Bankkaufleute im zweiten Lehrjahr leiten die Filiale dann in Eigenregie.
Ausbildung einmal anders: Unter dem Motto „Gut . . . von Anfang an“ übernehmen sieben Azubis für vier Wochen in Eigenregie die Geschäftsstelle Oberstadt der Sparkasse. Vom 18. Juli bis zum 12. August werden die angehenden Bankkaufleute für die gesamte Organisation der Filiale an der Berliner Straße zuständig sein.
Tanja Klatt, Christine Rappelhofer, Kristin Sauer, Sandra Spottok, Nele Walter, Aytac Aktepe und Lucas Rothe sind Auszubildende im zweiten Lehrjahr bei der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert und aus insgesamt 22 Azubis für das Projekt ausgewählt worden. Seit Ende Januar haben sie sich auf ihr „Trainingslager“ an der Berliner Straße vorbereitet, Schulungen absolviert, Informationen aus verschiedenen Fachabteilungen zusammengetragen und eigene Ideen eingebracht.
Schließlich sollen sie die Kunden nicht nur bedienen und beraten, sondern auch mit besonderen Aktionen auf das Projekt aufmerksam machen. „Wir planen ein Gewinnspiel und einen Tag der offenen Tür“, verrät „Geschäftsstellenleiterin“ Christine Rappelhofer (23). Auch ihren Internetauftritt haben die Azubis selbst gestaltet – selbstverständlich gemeinsam mit der zuständigen Abteilung. „Es liegt alles in unserer Planung, natürlich gucken die erfahrenen Kollegen noch drüber“, sagt die angehende Bankkauffrau. „Aber wir haben überall unsere Finger drin.“
Zur „Leiterin“ ist Christine Rappelhofer übrigens von ihren Kollegen gewählt worden. „Die Rollenverteilung haben wir unter uns ausgemacht.“ Den Stellvertreter von Christine Rappelhofer gibt Aytac Aktepe, „ansonsten sind wir alle gleichberechtigt und haben sowohl die kundenbetreuende Funktion am Schalter als auch die des Kundenberaters“. Die 23-Jährige hält das Projekt für „eine gute Idee – und es ist auch eine große Chance für uns, weil man unheimlich viel Erfahrung sammelt“.
Das findet auch Personalreferentin und Projektleiterin Melanie Hagler: „Wir legen bei der Ausbildung großen Wert auf Praxisbezug – und mehr Praxis als in einem solchen Projekt gibt es gar nicht.“ Außerdem sei die Azubi-Geschäftsstelle ein gutes Trainingslager für weitere Dinge, die im Ausbildungskonzept der Sparkasse groß geschrieben werden: Verantwortung, Eigenständigkeit und Teamgeist.
Bei einem Tag der offenen Tür stellt sich das Azubi-Team, das die Sparkassen-Geschäftsstelle vom 18. Juli bis zum 12. August leiten soll, am Samstag, 9. Juli, den Kunden vor. In der Zeit von 10 bis 14 Uhr gibt es in der Filiale an der Berliner Straße einen Sektempfang, ein Gewinnspiel und viele Überraschungen für die Kunden.
Ein bisschen nervös, gibt Christine Rappelhofer zu, sei sie schon. „Jetzt, wo es näher rückt, merkt man erst, was da überhaupt alles auf einen zukommt.“ Und das, sagt sie, sei keine leichte Arbeit, „aber auf jeden Fall eine, die Spaß macht. Das Projekt fordert einen – und das ist gut, weil man seine beste Leistung bringen kann“.
Und sollte trotzdem mal etwas schief gehen: Ganz auf sich allein gestellt werden die sieben angehenden Bankkaufleute in den vier Wochen nicht sein. Erfahrene Kollegen stehen sozusagen im Stand-by-Modus bereit und können den Azubis, wenn es notwendig sein sollte, sofort helfend unter die Arme greifen.
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