Ausschuss sieht Baupläne um Nevigeser Ansembourgallee kritisch

Viele Bäume, viel Grün: Auch auf diesem parkähnlichem Grundstück an der Emil-Schniewind-Straße will die Stadt hochwertige Einzel oder Doppelhäuser bauen. Das Verfahren ist in seinem frühen Stadium, noch ist nichts entschieden.
Viele Bäume, viel Grün: Auch auf diesem parkähnlichem Grundstück an der Emil-Schniewind-Straße will die Stadt hochwertige Einzel oder Doppelhäuser bauen. Das Verfahren ist in seinem frühen Stadium, noch ist nichts entschieden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Quartier Ansembourgallee will die Stadt hochwertigen Wohnraum schaffen. Nur für eines der drei Baufenster gab es Zustimmung, einen Großteil sehen die Mitglieder eher kritisch.

Neviges..  Gepflegte Häuser, große Grundstücke, viel Grün und trotzdem in unmittelbarer Nähe zum Ortskern: Das Viertel rund um die Ansembourgallee ist ein Juwel, und das soll es auch bleiben: Mit der geplanten Bebauung wolle man „die Qualität des Wohngebietes nicht zerstören, sondern nutzen“, versprach Stadtplaner Tim Edler auf der von vielen Bürgern besuchten Sitzung des Bezirksausschusses.

Nach Abriss des Gebäudes der ehemaligen Sonnenschule – ein genaues Datum hierfür steht noch nicht fest – soll auf insgesamt 42 500 Quadratmetern hochwertiger Wohnraum entstehen. Dabei geht es zum einen um die Flächen direkt an der Ansembourgallee, hier könnten nach Vorstellung der Stadtplaner fünf Einzelhäuser entstehen.

Bei der Größe der Grundstücke orientiert man sich an den dort zumeist in der Nachkriegszeit gebauten Häusern: Sie stehen auf etwa 580 Quadratmeter großen Grundstücken, die 40 Meter tief sind. Auch was die Architektur betrifft, will man sich behutsam an den bereits bestehenden Häusern orientieren. Vorschläge, die die Ausschuss-Mitglieder im Großen und Ganzen wohlwollend zur Kenntnis nahmen. Allerdings, so gab Marlies Ammann (CDU) zu bedenken, solle man grundsätzlich in dem Quartier „nicht zu massiv bauen, sondern auch Lücken lassen.“

Auf Ablehnung quer durch die Fraktionen stießen dagegen die Überlegungen, entlang des Reiger Weges schicke Stadtvillen zu bauen. Die Fläche ist zurzeit unbenutzt und wird von der ebenfalls dort beheimateten ev. Grundschule nicht benutzt. In den Hang gebaute Penthäuser mit fünf bis sechs Wohneinheiten pro Haus seien eine der Möglichkeiten. Aufgrund des Höhenunterschiedes sei die topographische Lage schwierig, vorhanden wäre Platz für drei Häuser.

Kommentar von Matthias Gohr (SPD): „Ich befürchte, das werden fürchterlich große Klötze.“ August Friedrich Tonscheid (Wählergemeinschaft Velbert Anders), warf ein, dass bei Verwirklichung dieser Ideen ein Satz zutreffe, der gern zur Beschreibung der Bausünden der 70er Jahre benutzt werde: „Welche Bausau baute diesen Saubau?“ Befände man sich in einem späteren Stadium des Verfahrens, wäre der Reiger Weg sicher nicht konsensfähig, zog Ausschuss-Vorsitzender Rainer Hübinger (SPD) am Ende der lebhaften Diskussion das Fazit. Dazu Verwaltungsvorstand und Stadtbaurat Andres Wendenburg, „Wir befinden uns hier in einem Dialog. Man muss zugeben, die angesprochenen Mehrfamilienhäuser wirken oft wie vierstöckige Gebäude. Ich wünsche mir, dass Sie die Ernsthaftigkeit sehen, mit der hier auf alles eingegangen wird.“

Eher skeptisch bis ablehnend sah der Ausschuss auch die Pläne bezüglich einer Bebauung an der Emil-Schniewind-Straße. Auf dem parkähnlichen Gelände – hier stand vor dem Umzug zum Schloss auch das Ehrenmal – spenden viele Bäume Schatten und Grün. Sechs Häuser seien hier denkbar, so Stadtplaner Tim Edler: Einzel,- höchstens Doppelhäuser, „aber definitiv keine Reihenhäuser“.