Ausbildungsmarkt in Niederberg zieht an

Der Beruf des Einzelhandelkaufmanns steht weit oben in der Beliebtheit bei den Ausbildungsberufen.
Der Beruf des Einzelhandelkaufmanns steht weit oben in der Beliebtheit bei den Ausbildungsberufen.
Foto: Getty Images/iStockphoto
Was wir bereits wissen
Arbeitsagentur Mettmann meldet zehn Prozent mehr Stellen im Vergleich zum Vorjahr. Bewerberzahlen sind dagegen rückläufig.

Niederberg..  „Der Ausbildungsmarkt entwickelt sich aus Bewerbersicht derzeit zwar ähnlich gut wie im vergangenen Jahr“, sagt Marcus Kowalczyk, Chef der Agentur für Arbeit Mettmann. „Konkret heißt das, die Betrieb haben mehr Ausbildungsplätze gemeldet als im vergangenen Jahr.“ Doch sei dies kein Grund, auf weitere Anstrengungen bei der Ausbildung zu verzichten, sagt Kowalczyk: „Trotz der positiven Entwicklung gibt es immer noch eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt. Auf 100 Bewerber kommen 71 Angebote. Dabei haben sich in diesem Jahr schon deutlich weniger Jugendliche für einen Ausbildungsplatz gemeldet“.

Appell an Unternehmen

Marcus Kowalczyk warnt davor, dass dieser Trend in den kommenden Jahren fortdauern wird: „Wenn Sie jetzt noch Auszubildende suchen, melden Sie der Agentur für Arbeit Ihre Stellen“, appelliert der Chef der Agentur für Arbeit an Ausbilder und Unternehmer. „Wir helfen Ihnen mit unseren Angeboten, den oder die passenden Azubis zu finden“, verspricht er: „Jede einzelne Stelle ist wichtig: Für Unternehmen wird die Rekrutierung von Personal in absehbarer Zukunft immer schwieriger. Wer jetzt nicht ausbildet oder Stellen unbesetzt lässt, vergibt die Chance, sich durch eigenen Nachwuchs die passenden Fachkräfte von morgen zu sichern.“

Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit Mettmann von Oktober 2014 bis Ende April 2015 1932 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 9,3 Prozent oder 165 betriebliche Stellen mehr als im Vorjahr. Marcus Kowalczyk bewertet diese Zahlenlage wie folgt: „Es bleibt aber noch abzuwarten, ob in der Gesamtrechnung am Ende der Bewerbungsfristen tatsächlich ein Plus rauskommt, oder ob die Unternehmen die Ausbildungsstellen lediglich früher gemeldet haben.“ Unbesetzt sind zurzeit noch 1115 der gemeldeten Stellen – ebenfalls ein Zuwachs: um 25 Stellen.

Ein Rückgang ist hingegen auf der Seite der Bewerber festzustellen. Seit Beginn des Berichtsjahres haben sich bisher 2736 Bewerber aus dem Kreis Mettmann bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 170 oder 5,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 1520 dieser Bewerber sind noch unversorgt, haben also weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative dazu. Diesen Punkt hebt der Chef der Agentur für Arbeit Mettmann noch einmal besonders hervor: „Für diese Anzahl von Jugendlichen reichen die noch offenen 1115 Stellen nicht. Das ist offensichtlich. Deshalb mein Appell an die jungen Leute: Nicht für jeden ist der Traumberuf dabei. Die Bewerber sollten auch einen Plan B in der Tasche haben, falls es mit dem Wunschberuf nicht klappt. Unsere Berufsberater haben den besten Überblick über den Ausbildungsmarkt und können viele Alternativen anbieten“, so Kowalczyk.