Aus der Traum vom Wintergarten für Velberter

Hier an dieser Stelle wollte Friedrich Veith seinen Wintergarten haben. Es kam anders.
Hier an dieser Stelle wollte Friedrich Veith seinen Wintergarten haben. Es kam anders.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Von der Sonne verwöhnen lassen, wie im Freien frühstücken – das wünschte sich Friedrich Veith.Ein verlockendes Angebot im Briefkasten entpuppte sich als üble Bauernfängerei

Velbert..  Friedrich Veith sah sich schon im Wintergarten sitzen, zu seinen Füssen Puck, der Cocker-Spaniel, neben ihm am Tisch seine Ehefrau. Frühstück wie im Freien. Den Blick in den winterlich verschneiten Garten. Und doch: es bleibt vorerst nur ein Traum.

Vor etwa zwei Wochen flatterte ihm eine Informationsbroschüre in den Briefkasten. Mit einem verlockenden Angebot.

Heute noch anrufen!

Wir wollen, hieß es dort von einer Firma, auch in Ihrer Region Marktführer werden. Gesucht würden fünf Standorte für einen Präsentations-Wintergarten. Bewerben könne sich jeder Hauseigentümer. Noch heute anrufen! Friedrich Veith sah bereits den Anbau fertig vor sich. Er las, was er lesen wollte. „Schon lange habe ich mit einem Wintergarten geliebäugelt“, erklärte der Senior. Er überlegte nicht lange, rief an. Eine nette Stimme am Telefon, die sich Name, Anschrift und Telefonnummer geben ließ und versprach den baldigen Besuch eines Außendienst-Mitarbeiters. Der Vertreter kam, maß und fotografierte. Es sah alles so einfach aus. Drei Mal fünf Meter würde das Schmuckstück werden. Im Wert von 40 000 Euro. Mehr wurde über Geld nicht gesprochen. Der Vertreter weckte Interesse. Die Nachfrage wäre groß, und eine Menge Bewerber. „Aber ich bin mir sicher, Sie kommen in die engere Wahl.“ Er versprach, sich kurzfristig zu melden. Noch in derselben Woche klingelte das Telefon im Haus an der Wallstraße. Friedrich Veith freute sich. Er sei ausgewählt, hieß es. Der Wintergarten-Verkäufer fragte nochmals, ob der Wunsch noch bestehe. Friedrich Veith bejahte.

Doch dann kam das dicke Ende: Nichts war kostenfrei. Einen Kredit bei der Bank sollte Veith für den Anbau aufnehmen. Mit einem Werbevertrag und einem monatliches Honorar von 530 Euro von der Herstellerfirma müsste der Senior in der Lage sein, die Summe von 40 000 Euro auszugleichen, meinte der Verkäufer: Nach sechs Jahren Ansparzeit würde Friedrich Veith den Kredit in einer Summe an die Bank zurückzahlen dürfen.

Die 530 Euro bekäme der Velberter als Gegenleistung, wenn er monatlich 1000 Flyer nachweislich verteilte, außerdem in der Stadt Prospektständer in Geschäften platzieren und an seinem Auto und Eigenheim Werbung für die Wintergartenfirma anbringen würde. Damit war für Friedrich Veith das Ende der Fahnenstange erreicht: Der Vertreter musste das Haus verlassen. Friedrich Veith: „Ich gehe an die Öffentlichkeit, damit andere nicht gutgläubig hereinfallen.“