Aufklärungsquote in Velbert ist spitze

Fast 80 Postsendungen mit Rauschgift, zumeist Methamphetamin, haben Kriminalhauptkommissar Manfred Paxa und seine Kollegen abgefangen.
Fast 80 Postsendungen mit Rauschgift, zumeist Methamphetamin, haben Kriminalhauptkommissar Manfred Paxa und seine Kollegen abgefangen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das gilt im kreisweiten Vergleich allerdings auch für die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt. Kooperation mit dem Kriminalkommissariat gilt als „beispielhaft“. Die Bilanz des Jahres 2014.

Velbert..  „Wir brauchen uns im Kreisvergleich nicht zu verstecken“, sagt Ulrich Laaser und verweist u. a. auf die Aufklärungsquote, die in 2014 gegenüber dem Vorjahr deutlich auf nunmehr 60,1 Prozent verbessert worden ist. Das, so der Leiter der Polizeiwache Velbert weiter, sei auch landesweit ein Spitzenplatz.

Laaser zufolge ist das maßgeblich der Tatsache zu verdanken, dass die 20-köpfige Mannschaft des Kriminalkommissariates – sie beackert auch Heiligenhaus und Wülfrath — ein sehr engagiertes Team sei, mit einem hohen Anteil vor Ort wohnender Kollegen und nur wenig Fluktuation: „Die kennen Stadt und Leute, sind oft schon seit Jahrzehnten hier im Dienst.“

Konsequentere Gesetzgebung

Aktuell haben die Ermittler um Kriminalhauptkommissar Manfred Paxa binnen weniger Tage 79 Postsendungen abgefangen. Ihr Inhalt: je eine DVD und Rauschgift, zumeist Methamphetamin, so Paxa. Das Ganze sei in Zusammenarbeit mit den Wuppertaler Kollegen gelaufen, die „eine gigantische Sicherstellungsmenge“ hätten.

Zur Wache selbst gehören rund 70 Leute. Die fahren auch „Wachdienst“ in Heiligenhaus und hatten im Berichtsjahr 2014 alle Hände voll zu tun: Dafür sorgten etwa in Velbert 5355 (2013: 5251) bekannt gewordene Straftaten und sage und schreibe 14 308 Notruf-Einsätze. Letzteres ist kreisweit die mit Abstand höchste Zahl. Wer in Velbert unter Drogen oder Alkohol fahre, ergänzt Laaser, habe übrigens kreisweit die besten Chancen, erwischt und angehalten zu werden.

„Die Prävention trägt Früchte“, bilanziert der Chef der Wache an der Nedderstraße. Zudem habe man die Präsenzstunden erhöht: „Die Polizei ist mehr als früher sichtbar, in Uniform“. Zudem funktioniere das Zusammenspiel mit dem Kriminalkommissariat; mit guten, auch verdeckten Aktionen. Die Zusammenarbeit sei beispielhaft. So habe man das Problem der Taschendiebstähle von 128 Taten in 2011 über 54 in 2013 auf 32 eingedämmt, gelte Ähnliches für Diebstähle aus Kfz.

Einen traurigen, sehr deutlichen Kreis-Spitzenplatz hat Velbert bei Fällen so genannter häuslicher Gewalt: 259 mal Nachstellung, Verleumdung, (sexuelle) Nötigung, Misshandlung und/oder (gefährliche) Körperverletzung. Positiv sei, sagt Laaser, dass ganz konsequent eingeschritten werde. Doch wesentlich mehr beschäftigt und bedrückt ihn „das unglaubliche Leid, das dahintersteckt“. Zumeist seien die Opfer Frauen und schwer traumatisiert. Er wünscht sich oft eine viel konsequentere Gesetzgebung. So habe permanentes Stalken, wenn jemand fast in den Wahnsinn getrieben werde, erst dann Folgen, wenn’s fast schon zu spät sei. „Aber machen Sie mal einem einen Kratzer ans Auto!“