Auf Meisterschaftskurs
27.05.2011 | 18:36 Uhr 2011-05-27T18:36:00+0200
Velbert. Am 4. Juni hat der Velberter Nachwuchs-Pianist Constantin Knoll im Forum ein Heimspiel.
Natürlich, diese Tage gibt es auch bei ihm. Wo man keine, überhaupt keine Lust hat zu üben. Wo man den Klavierdeckel mit Schmackes zuknallen möchte. Doch der innere Schweinehund hat letztlich bei Constantin Knoll keine Chance, denn gespielt wird selbst dann noch. Bei dem 15-jährigen Velberter kann man auf die Disziplin vertrauen, die sich der hochgewachsene Teenager in vielen Jahren ebenso angeeignet hat wie Beethoven-Sonaten oder Schubert-Impromptus. „Ich spiele ja eigentlich richtig gerne“, sagt der Junge.
Constantin Knoll ist eine der größten pianistischen Hoffnungen, die Velbert zu bieten hat. Ein Blick auf seinen Lebenslauf offenbart, dass sein Elternhaus im Leben des vierten Sohnes nichts dem Zufall überlassen hat: Erster Klavierunterricht mit drei Jahren, Privatunterricht an den Tasten, private Grundschule in Düsseldorf, ebendort internationales Gymnasium. Die Landeshauptstadt bietet dem Velberter die Nähe zur Musikhochschule, bei der Constantin bereits seit seinem neunten Lebensjahr als Jungstudent eingeschrieben ist. „Es gibt heute noch jüngere Studenten, manche sind erst acht“, sagt der Musiker beschwichtigend, um ja nicht zu viel Entzücken zu provozieren. Nur alles nicht zu hoch hängen – so gibt sich Constantin Knoll im Gespräch: Zukunft Konzertpianist? – „Das ist eine Option“, verrät er. Genauso gut könne er sich vorstellen, in zwei Jahren, wenn das Abi eingefahren ist, einen naturwissenschaftlichen Beruf zu erlernen, oder im Patentwesen vielleicht oder im Management – „und nebenbei noch zu spielen.“
Constantin Knoll liebt Jazz
In der Zwischenzeit geht es jedoch auf schwarzen und weißen Tasten mit vollem Ernst voran. Jazz liebt er, und bei der so genannten ernsten Musik auch gerne zeitgenössische Werke. „Im Jubiläumsjahr spiele ich natürlich viel Liszt, das wird bei Konzerten sehr gefragt“, sagt er. Ein bis zweimal pro Monat tritt er öffentlich auf; zurzeit studiert er verstärkt Mozart ein.
Auf dem Fachweltindex hat Constantin Knoll mittlerweile einen hohen Stellenwert erreicht. Weimarer Pianistenwettbewerb 2007 – erster Preis; Ratinger Trimborn-Wettbewerb – erster Preis; Steinway-Wettbewerb Hamburg – erster Preis, daneben der Wiener-Klassik-Interpretationspreis, Auftritte in München und in Frankreich. „Da lernt man immer wieder interessante Leute und Kulturen kennen“ – der Pianist lächelt sanft.
„Forum Eins“-Konzert am 4. Juni
In der Hochschule ist es die Professorin Barbara Szczepanska, die den blass-blonden Jüngling seit seiner Immatrikulation vor sechs Jahren auf Meisterschaftskurs hält. Neues Repertoire mit ihm einstudiert, Horizonte öffnet. Beim „Forum Eins“-Konzert der Velberter Künstler am 4. Juni wird Constantin Knoll den russischen Zeitgenossen Nikolai Kapustin spielen, „eine echte Rarität“, verrät Knoll. Und einen Satz Beethoven, „das mag das Publikum!“
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