Auf ein Pilsken beim „Zufallswirt“ in Velbert

In Kippers Lädchen kennt man sich freut sich, in gemütlicher Atmosphäre ein Pils zu trinken.
In Kippers Lädchen kennt man sich freut sich, in gemütlicher Atmosphäre ein Pils zu trinken.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Kippers Lädchen ist Stammsitz der „Bacardi Boys“ und vieler anderer Menschen,die bei einem gepflegten Bier nach gemütlicher Atmosphäre suchen

Velbert..  Auf dem T-Shirt prangt die schwarze Fledermaus, darunter steht in gelben Buchstaben auf schwarzem Grund „Bacardi Boys“. „Ja, das sind wir“, sagt Frank Nofen und lacht. „Weil wir logischerweise gerne Bacardi-Cola trinken.“ Insgesamt drei Bacardi Boys gibt es, Treffpunkt der Herren ist „Kippers Lädchen“ an der Langenhorster Straße. „Das ist zwar ‘ne alte Kneipe, das sieht man, Aber schön ist es trotzdem“, erzählt der 55-Jährige. „Früher haben wir uns an der Haltestelle getroffen, abends“, erinnert sich Nofen, „aber ab einem gewissen Alter . . .“, fährt er fort, bricht aber lachend ab. Alt und jung treffen sich hier, in der einzigen Kneipe im Langenhorst. Selbst Tiere sind hier willkommen: „Die Hundehalter kennen sich, fragen schon an der Tür, wer da ist, damit es friedlich zugeht.“

Der Mann der das sagt, heißt Bernd Kipper und ist „Zufallswirt“, wie er schmunzelnd zugibt. „Die Kneipe stand fast fünf Jahre leer und wir hatten keinen Treffpunkt mehr. Und ich hatte gerade meinen alten Beruf aufgegeben.“ Also übernahm er den Job „und es macht nach wie vor viel Spaß.“

Pils für den kleinen Geldbeutel

Lob gibt’s dafür von den Gästen: „Der Bernd ist ein gemütlicher, nicht hetzend, hat immer ein offenes Ohr für uns und man kann sich gut mit ihm unterhalten“, sagt Frank Nofen. Hinzu komme, dass sowohl Wirt als auch Personal „total nett sind. Da heißt es nie ,hömma’ wir wollen jetzt zu machen’.“ Noch nie sei hier ein böses Wort gefallen, „auch nicht, wenn einer zuviel getrunken hat“, sagt Nofen. Was er besonders gut findet: Es gibt zwei verschiedene Sorten Pils: „Es gibt eine Sorte, da kostet das Glas nur einen Euro. Schmeckt genauso gut, wie das andere. Aber so kann auch einer mal ein Pilsken trinken, der es vielleicht nicht ganz so dicke auf der Tasche hat.“

Einkehr nach Party im Siedlerhaus

Wer Hunger hat, muss in Kippers Lädchen auch nicht leiden – obwohl es eigentlich keine Küche gibt. „Fertige Sachen darf ich warm machen. Mehr gibt es von mir nicht. Ich mache nur, was das Ordnungsamt mir erlaubt“, berichtet Bernd Kipper. „Aber es gibt hier zum Beispiel einen Pizza-Club, der sich regelmäßig bei mir trifft. Auch sonst können meine Gäste gerne was bestellen, wenn sie mögen.“

In Sichtweite von Kippers Lädchen liegt auch der andere zentrale Anlaufpunkt im Langenhorst: das Haus der Siedlergemeinschaft. Auch hier finden regelmäßig Feste und Feiern statt. „Wenn da was los ist, mache ich früher zu oder gar nicht erst auf“, sagt Kipper. „Oder, wenn die Feier im Siedlerhaus früher endet, können die Gäste bei mir weitermachen.“ – Im Sommer auch gerne draußen auf der Terrasse: „Das ist richtig schön gemacht da draußen“, lobt Frank Nofen. „Auch die Raucher können da hin. Und im Garten ist es doch viel schöner, als vorne an der Straße.“