Auf der Suche nach dem Menschsein

Großen Anklang fand die Einführung in die Doppelausstellung der Künstler Bahram Hajou und Zahra Hassanabadi im Alldie-Kunsthaus.
Großen Anklang fand die Einführung in die Doppelausstellung der Künstler Bahram Hajou und Zahra Hassanabadi im Alldie-Kunsthaus.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Vernissage mit Werken einer iranischen Künstlerin und eines syrischen Malers. Biografische Verweise auf ein Leben in globaler Gesellschaft

Langenberg..  „Es ist eine der besten Ausstellungseröffnungen, die wir bislang hatten.“ Norbert Bauer war, wie viele andere Besucher auch, begeistert. Neben spannenden Bildwelten und beeindruckenden Objekten der anwesenden Künstler – von Objektkünstlerin und Malerin Zahra Mahtab Hassanabadi und dem Maler Bahram Hajou – gestaltete ein musikalisches Duo mit orientalischer Musik die Veranstaltung aus.

Die iranische Künstlerin Zahra Hassanabadi verzaubert mit ihren handwerklich meisterhaft gearbeiteten Skulpturen und Objekten: Sie erzählt vom Menschsein in einer modernen globalen Gesellschaft, immer mit biographischem Verweis auf ihr eigenes Leben und Schicksal.

Objekte zum Zeitgeschehen

Hierfür dienen ihr oft „arme“ Materialien wie Lebensmittel oder Alltagsgegenstände, denen sie durch intensive Bearbeitung ein neues – manchmal menschliches – Leben sowie neue Bedeutungen einhaucht. Die interessierten Besucher entdeckten gesellschaftskritische Arbeiten wie den „Quittungsteppich“, der aus unzähligen gesammelten Einkaufsquittungen der Künstlerin über Jahre zusammengesetzt worden war oder die eindrucksvolle Serie „Konsumanie“.

Der Mensch in seiner Einsamkeit, aber auch in seinen vielschichtigen Beziehungen ist das Thema des syrischen Malers Bahram Hajou. In seinen Arbeiten berühren und bewegen expressiv dargestellte Körper und Figuren ganz unmittelbar. „Die Blicke der Figuren halten einen richtig gefangen“ bemerkte ein begeisterter Besucher. Ob durch Blick oder Geste, sie nehmen Kontakt mit dem Betrachter auf, oder wenden sich ganz deutlich ab – fesseln aber in jedem Fall.

Blick als Tür zum Bild

Der renommierte Künstler erzählt in seinen Arbeiten zwar auch von individuellen Schicksalen, doch durch die Reduktion des Hintergrunds sowie die ausdrucksstarken Menschendarstellungen werden seine Arbeiten allgemein gültig und für den Betrachter leicht zugänglich. Gerade in der gelungenen Gegenüberstellung der so poetisch wie aktuellen Werke beider modernen Künstler liegt der besondere Reiz der Ausstellung.

Zur stimmungsvollen Vernissage begrüßte der künstlerische Leiter des Alldie-Kunsthauses, Norbert Bauer. Die Arbeiten von Zahra Hassanabadi und Bahram Hajou sind bis zum 28. Juni 2015 im Alldie-Kunsthaus, Wiemerstraße 3, zu sehen.