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Bürgerhaus-Sanierung

Auf den Spuren der Vorväter

15.08.2012 | 22:00 Uhr
Auf den Spuren der Vorväter

Langenberg.   Bei der Trockenlegung des Bürgerhauses setzt man nun auf eine Technik, diebereits vor 100 Jahren angewandt wurde. Alles ist viel einfacher – und billiger.

Früher war alles besser – zumindest in Sachen Bürgerhaus scheint da durchaus einiges dran zu sein. Nicht nur, was den Zustand des Gebäudes betrifft. Überlegungen, wie man den Keller des Hauses trocken halten könnte, machte man sich schon vor 100 Jahren. Und kam auf erstaunliche Lösungen. Lösungen, die nun bei der Sanierung von „Langenbergs guter Stube“ wiederentdeckt werden.

„Man hat es so gemacht, wie bei vielen anderen Häusern an der Hauptstraße auch“, erläutert Björn Dröscher, Diplom-Ingenieur und seit Jahresbeginn Projektleiter der Bürgerhaus-Sanierung. „Drückendes Hangwasser“ wurde nicht etwa durch Dämmmaßnahmen daran gehindert, ins Gebäude einzudringen – im Gegenteil. „Man hat in dem Bereich, in dem das Wasser gegen das Gebäude anströmte, einen Schacht gemauert, in dem sich das Wasser sammelte, einen so genannten Entspannungsschacht. Von dort wurde das Wasser dann ins Innere geleitet und über eine offene Rinne wieder aus dem Gebäude abgeführt“, erläutert Dröscher.

Alte Sanierungsschäden

Bis man irgendwann bei früheren Sanierungsarbeiten wohl meinte, dieses System verbessern zu können. Irgendwann verfüllte man den Schacht mit Beton, versuchte das Gebäude von Innen her abzudichten. Die Folgen: Wasser drang nun unkontrolliert ein und zerstörte in weiten Teilen die Stahlarmierung des Fundaments.

„Leider können wir den alten Schacht nicht mehr nutzen – den Beton rauszuholen, ist kaum möglich“, so Dröscher. Nun soll ein neuer Schacht aus Kanalrinnen vorm Bürgerhaus gebaut werden, das Wasser gesammelt, ins Innere geleitet und durch ein geschlossenes Rohrsystem unter dem Gebäude zur Rückseite des Bürgerhauses abgeführt und in den Hardenberger Bach eingeleitet werden. Die Leitung dafür wurde bereits gelegt.

Was Langenberg einen Mammutteil der ursprünglich geplanten Sanierungsarbeiten ersparen wird: den Erdaushub auf drei Metern Breite und zehn Metern Tiefe über die gesamten 40 Meter der Bürgerhaus-Front. „Wir müssen jetzt nur noch maximal zwei Meter tief ausschachten, das wird ein kleiner Bagger machen“, erklärt Dröscher. Dann wird eine Drainage zur Aufnahme des Regenwassers angelegt, das ebenfalls in den Entspannungssammler eingeleitet wird.

„Wenn diese Arbeiten und die Arbeiten am Dach abgeschlossen sind, ist die äußere Hülle des Bürgerhauses fertig.“ Problem allerdings: Weil man immer noch mit Folgen der Insolvenz des ersten Dachdecker-Betriebs zu kämpfen hat, müssen nun etliche Lose für die Sanierung des hinteren, dem Seidenweberplatz zugewandten Dachteils neu ausgeschrieben und vergeben werden. „Das dauert jedes Mal mindestens drei Monate“, erklärt Dröscher. Aus diesem Grund müsse auch das Bürgerhaus auch im hinteren Teil eingerüstet bleiben, denn: „Ein Gerüst ein Jahr stehen zu lassen kostet ungefähr genau so viel, wie es ab- und anschließend wieder aufzubauen“, rechnet Dröscher vor.

Wie es nun exakt mit der Bürgerhaus-Sanierung weitergehen und bis wann sie abgeschlossen sein soll – all das will der Ingenieur demnächst Velberts Politikern präsentieren. „Wir haben eine Vorlage für die Ratssitzung am 25. September erarbeitet, mit einem genauen Bauzeitenplan“, sagt Dröscher. Darin seien alle Positionen auch noch einmal ganz genau auf ihre Kosten hin überprüft worden. Was jetzt schon feststeht: Es wird billiger werden – allein schon durch die Einsparung der riesigen Ausgaben, die für den Bodenaushub am Fundament angefallen wären.

Baubegehungen ab Herbst geplant

Übrigens: Davon, wie auch die Arbeiten im Inneren des Bürgerhauses voranschreiten, sollen die Langenberger sich im Herbst selbst überzeugen können. Dröscher: „Wir planen, ab Ende September/Anfang Oktober Baustellenbegehungen im Bürgerhaus anzubieten – anstelle der derzeitigen Bürgersprechstunde im Baubüro im Kreiersiepen, die ohnehin nicht mehr so stark frequentiert wird.“

Harald Wiegand

Kommentare
28.08.2012
12:09
Auf den Spuren der Vorväter Teil 1
von DaDU | #4

#Prospero
Ihre Meinung gibt den tiefen Riss zwischen Langenberg und Velbert wieder.
Zudem ist sie nicht richtig. Zur Schlafstadt ist Langenberg nach...
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2012-08-15 22:00
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