Auch WSW und EVAG nehmen E-Scooter nicht mit

Klaus Kleinrahm ist von dem Verbot der Verkehrsunternehmen betroffen, er darf mit seinem E-Scooter nicht mehr in Busse der Rheinbahn oder der Wuppertaler Stadtwerke.
Klaus Kleinrahm ist von dem Verbot der Verkehrsunternehmen betroffen, er darf mit seinem E-Scooter nicht mehr in Busse der Rheinbahn oder der Wuppertaler Stadtwerke.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nicht nur die Rheinbahn, auch die Wuppertaler Stadtwerke und die Essener Verkehrsbetriebe nehmen E-Scooter nicht in ihren Bussen mit. Das Unfallrisiko sei zu groß. Der Landesbehindertenbeirat ist empört.

Velbert..  Nicht nur Busse der Rheinbahn (die WAZ berichtete), sondern auch Busse der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) und der Essener Verkehrsbetriebe (EVAG) befördern keine Elektro-Mobile in Velbert.

Im Gespräch mit der WAZ stellte der Pressesprecher der WSW-Unternehmensgruppe, Holger Stephan klar: „E-Scooter können in unseren Bussen leider nicht befördert werden. Die Rampen sind zu schwach. Diese baulich erheblich schweren Exoten können eine Gefahr darstellen. Bei einem eventuell erforderlichen Räumen eines Busses, kann dies nicht so schnell geschehen, wie erforderlich.“

Behindertenbeirat mit Resolution

„Unsere Busse sind auf diese Fahrzeuge nicht eingestellt. Wir können Betroffenen auch keine Hoffnung machen, dass das Problem in naher Zukunft gelöst wird.“ Holger Stephan ergänzt: „Wann es Veränderungen geben wird, weiß ich nicht.“ Nils Hoffmann, Pressesprecher der EVAG, ergänzt: „Das Risiko etwa bei einer Notbremsung ist einfach zu hoch. Die Gefahr, dass die Fahrzeuge umkippen, ist groß.“ Elektrorollstühle wiederum könnten problemlos befördert werden. „Die können ja quasi auf einem Teller drehen, stellen sich dann rückwärts an die Prallplatte und sind so fixiert.“ Dem Recht auf Gleichheit bei der Beförderung stehe zudem das Recht auf körperliche Unversehrtheit gegenüber, so Hoffmann. „Und die Haftung liegt beim Fahrer.“ Er sehe ganz andere Kritikpunkte: „Warum bieten die Hersteller solche Fahrzeuge überhaupt an, die ja dann doch keine umfassende Mobilität garantieren und warum genehmigen die Krankenkassen solche Geräte?“

Der Landesbehindertenbeirat will sich mit diesen Erklärungen der Verkehrsunternehmen nicht zufrieden geben und beschloss eine Resolution: E-Scooter müssen auch weiterhin befördert werden. Norbert Killewald, der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung in NRW, empört sich: „Die Verkehrsunternehmen haben sich mit dem Verbot ins Abseits gestellt. Der Beschluss des Landesbehindertenbeirates zeigt“, so Killewald, „dass niemand für dieses Vorgehen Verständnis hat.“

Der Landesbehindertenbeirat fordert in seiner Resolution unter anderem, die Mitnahme von E-Scootern im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) wieder zu ermöglichen und weiterhin sicher zu stellen. Der Beirat bittet die Landesregierung, Zuwendungen des Bundes und des Landes an die Mobilitätsgarantie zu binden und das Gutachten so breit aufzustellen, dass eine umfassende Betrachtung zur Vorbereitung von langfristigen Lösungsvorschlägen ermöglicht werden kann. Trotz Gesprächen mit den Verkehrsunternehmen sagt er: „Diese haben trotzdem das Verbot ausgesprochen, was zu Recht zu einem lauten Aufschrei der Empörung von Seiten der Betroffenen geführt hat.“