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Eiszapfen drohen...

Auch Tauwetter ist gefährlich

14.01.2010 | 19:12 Uhr
Auch Tauwetter ist gefährlich

Velbert. Was tagsüber tropft und rinnt, gefriert nachts zur Schlinderbahn

Es rinnt und tropft und tröpfelt von Dächern und Fassaden: Die Plusgrade nagen zurzeit eifrig an Schnee- und Eiskristallen. Weniger gefährlich als die Scheemassen ist das aber nicht. Riesige Eiszapfen drohen auf die Gehwege zu stürzen, und vor allem frühmorgens oder abends macht die überfrierende Nässe einen Gang durch die Stadt schnell zur Schlitterpartie.

Auch für Eiszapfen und Schlinderbahnen gilt: „Grundsätzlich ist der Haus-Eigentümer für die Verkehrssicherung zuständig”, betont Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach. „Jeder Eigentümer hat dafür zu sorgen, dass keine Gefahr für die Allgemeinheit besteht.” Bei Eisplatten auf dem Gehweg, die sich per Schneeschieber nicht beseitigen ließen, sei auch Streusalz erlaubt. „Grundsätzlich gilt zwar, dass abstumpfende Vorrang vor auftauenden Mitteln haben, aber in Ausnahmefällen darf man auch Salz nehmen”, so der Stadtsprecher.

Auch wenn sich an Dach oder Fassade lange, dicke Eiszapfen gebildet haben, die abzustürzen drohen, ist der Hauseigentümer für die Beseitigung zuständig. „Natürlich kann man das auch die Feuerwehr machen lassen”, sagt Blißenbach, „aber es ist besser – und billiger – einen Dachdecker zu beauftragen.” Das bestätigt auch Feuerwehrsprecher Reinhard Lüdeke: „Wenn der Eigentümer das nicht selbst mit dem Besen abgeklopft kriegt, muss er ein Unternehmen beauftragen.” Wichtig: Drohen Eiszapfen herunter zu stürzen, muss man sofort den Gehweg absperren.

Erster Ansprechpartner ist dann ein Dachdecker. Der Innungs-Obermeister für den Kreis Mettmann, Thomas Willmes, erklärt: „Da sollte man in der Tat einen Dachdecker beauftragen, weil der höhenerfahren und trittsicher ist.” Willmes selbst hat jedoch noch nie einen solchen Auftrag bekommen. „Das kann aber daran liegen, dass unser Betrieb im Raum Langenfeld/Monheim tätig ist – bei uns wird's nicht ganz so kalt wie in Velbert.”

„Eiszapfen? Da sind wir zurzeit ständig unterwegs”, sagt hingegen Andrea Schulte-Täumer vom Dachdeckerbetrieb Schulte. „Und zwar hauptsächlich in der Innenstadt.” Auch die Feuerwehr musste am vergangenen Wochenende mehrfach wegen Schneebrettern und Eiszapfen ausrücken: An der Friedrich-, Schloss- und Mittelstraße entfernte sie mit Hilfe einer Drehleiter zum Teil über einen Meter lange Eiszapfen.

„Für diese Einsätze sind wir gerade noch dabei, die Kostenpflichtigen zu ermitteln”, erklärt Sprecher Reinhard Lüdeke. Von einer vorschnellen Alarmierung der Wehr rät auch Stadtsprecher Blißenbach ab: „Das kostet mindestens 350 Euro – und die Wehr wird durch solche Einsätze geschwächt.” Die günstigere Variante sei sicherlich ein Dachdecker.

Annette Wenzig

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