Auch in Velbert Thema Kindersoldaten behandeln

Ein zwölfjähriger Kindersoldat in der Stadt Bo in Sierra Leone präsentiert seine Waffe.
Ein zwölfjähriger Kindersoldat in der Stadt Bo in Sierra Leone präsentiert seine Waffe.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Täglich strömen brutale Kriegsbilder aus allen Teilen der Welt in Velberter Kinderzimmer. Lehrer sieht auch Schulen bei der Bewältigung in der Pflicht.

Über alle Medien sind auch in Deutschland Kinder und Jugendliche täglich konfrontiert mit Bildern aus Kriegen in allen Teilen der Welt. Rohe und ungefilterte Gewalt drängt da rein in die Kinderzimmer. In Bildern von Kindersoldaten, die die Menschen hier überwiegend aus afrikanischen Krisengebieten erreichen, verbinden sich Krieg und missbrauchte Unschuld von ganz jungen Menschen auf besonders schreckliche Weise.

Am 12. Februar ist der Internationale Tag des Kindersoldaten. Was kann getan werden, um Schülern auch in Velbert bei der Einordnung der Massen von Kriegsbildern zu helfen? Gibt es Ansätze, auch von hier aus etwas gegen den skrupellosen Einsatz von Kindern ohne Kindheit in anderen Regionen der Welt zu unternehmen?

Siegfried Klemm, Lehrer an der Städtischen Realschule Kastanienallee, sieht die Schulen dabei durchaus in der Pflicht. Die Schulfächer Religion und – noch mehr – praktische Philosophie seien geeignet. „Hier“, so sagt er, „werden Themen wie Krieg und Frieden erörtert, besonders, wenn die Aktualität kriegerischer Handlungen wie in Gaza, der Ukraine oder in den afrikanischen Ländern die Kinder bedrückt.“ Dass an Kindersoldaten mit einem Internationalen „Red Hand Day“ erinnert wird, findet Klemm gut und richtig. „Kindersoldaten sind nicht so weit weg“, gibt er zu bedenken.

Beim Thema Krieg überwiegt in der Politik freilich das Nachdenken über strukturelle Ursachen. Bei den Grünen wird auch Wirtschaftspolitik als Friedenspolitik verstanden. Fraktionschefin Dr. Esther Kanschat: „Zunächst einmal ist eine friedlichere Welt ohne Ausbeutung der richtige Weg.“ Umdenken sei wichtig, meint sie, Produkte kaufen, die den Menschen in Drittländern Arbeit und auskömmlich Brot bieten. Wie kann man den Kindersoldaten helfen? Kanschat: „Kein Geld an korrupte Regierungen geben, in Schulen und Lehrer für Afrika investieren. Drei Prozent der Rüstungsausgaben für Bildung“, fordert sie.